13. LSG Newsletter 12/2012

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr verehrte Leserinnen und Leser,

ich freue mich sehr, dass ich mich Ihnen heute vorstellen darf: Mein Name ist Konrad Landgraf, ich bin 40 Jahre alt und seit dem 1. Dezember neuer Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern. In den letzten fünf Jahren habe ich die Caritas-Fachambulanz in Garmisch-Partenkirchen geleitet, davor war ich bei der Caritas-Fachambulanz für junge Suchtkranke und bei der externen Drogenberatung der JVA Stadelheim tätig. Die vergangenen 13 Jahre in der Suchthilfe waren eine sehr schöne Zeit für mich, in der ich auch für meine neue Aufgabe hier in der LSG Bayern wertvolle Erfahrungen sammeln konnte. Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit meinem Team, unseren Fachstellen, unserem Kompetenznetzwerk, unseren Kooperationspartnern und allen anderen Stellen, die im Bereich der Glücksspielsucht tätig sind. Gerne bringe ich in dieses Netzwerk mein volles Engagement ein.

 

Da allein in Bayern 28.000 Menschen ein pathologisches Spielverhalten und weitere 34.000 bereits ein problematisches Spielverhalten zeigen, ist die Arbeit der Landesstelle Glücksspielsucht sehr wichtig. Nicht zu vergessen sind in diesem Zusammenhang auch die Angehörigen der von einer Glücksspielproblematik Betroffenen.

 

Ich wünsche Ihnen allen, auch im Namen des gesamten Teams der LSG, ein besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch in das Jahr 2013 und viel Freude beim Lesen dieses Newsletters.

 

Konrad Landgraf


(Sollte der Newsletter nicht richtig dargestellt werden, klicken Sie bitte hier.)


1. Neues aus der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern

1.1. Neuer Facebook-Auftritt unserer Kampagne „Verspiel nicht dein Leben“

Neben dem Facebook-Auftritt der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern gibt es nun auch unsere Kampagnen-Seite "Verspiel nicht dein Leben" im Web 2.0, um Betroffene, Angehörige und Interessierte mit zusätzlichen Informationen über unsere Arbeit und unsere Aktivitäten zu versorgen.  Hier klicken.

(lm)

1.2. Aktualisiertes Presse-Factsheet

Die LSG Bayern hat das Presse-Factsheet „Glücksspielproblematik in Deutschland und Bayern: Zahlen, Daten, Fakten“ aktualisiert und online gestellt. Hier finden Sie interessante und aktuelle Informationen rund um das Thema Glücksspiel(sucht). Lesen Sie dazu mehr.
(lm)

1.3. Spielhallen in Bayern – die neuen Zahlen

Auch unsere Datenbank „Spielhallen und Geldspielgeräte in Bayern“ hat ein Update erfahren. Hier geht es zu den aktuellen Zahlen.
Unsere Datenbank liefert schnell und unkompliziert detaillierte Informationen über Angebotsstruktur und Spielverluste aller größeren bayerischen Kommunen über 10.000 Einwohner. Die Zahlen werden vom Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. (Unna) erhoben.

 

In Bayern gibt es nach dieser Erhebung 21.075 Spielautomaten in 1.108 Spielhallen. Die Zahl der vergebenen Konzessionen beläuft sich auf 2.021 (Stand: Januar 2012). 
(lm)


2. Neuerscheinung der Aktion Jugendschutz Bayern e.V. – das Browsergame „Spielfieber“

Spielen und spielen lassen…

Die  Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern e.V. hat ein innovatives Browsergame für Jugendliche und für die Arbeit mit Jugendlichen zur Prävention von Glücksspielsucht entwickelt: „Spielfieber – Der Countdown läuft…“ 
Das Spiel eignet sich sowohl als Medium, um mit Jugendlichen über die problematischen Aspekte des Glücksspiels ins Gespräch zu kommen, als auch als eigenständiger Zugang für die Zielgruppe zur Thematik. Die wesentliche Botschaft „Glücksspiele können süchtig machen“ wird mit Spielspaß vermittelt. Spielfieber ist ab sofort kostenfrei unter  www.spielfieber.net – und über  Facebook erreichbar. 

 

Ansehen, auf “gefällt mir“ klicken, weiter erzählen und für die Arbeit mit Jugendlichen nutzen.

 

Die Aktion Jugendschutz ist Unterauftragnehmer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern. Das Projekt „Spielfieber“ wird von der LSG Bayern gefördert.
(En)


3. Bundesweiter Aktionstag – ein kurzer Rückblick

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages gegen Glücksspielsucht haben die Geschäftsstelle der Landesstelle Glücksspielsucht sowie zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstellen und des Kompetenznetzwerkes der LSG an verschiedenen Orten in ganz Bayern Aktionen veranstaltet, um das Thema Glücksspielsucht noch stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Bilder und Impressionen zum Aktionstag finden Sie auf unserer Homepage. Hier geht es zu den  Fotos unserer Aktionen.
(tb/lm)


4. Neuigkeiten aus der Forschung

4.1. Untersuchung zu Veränderungen im Spielverhalten nach Gesetzesänderungen

Vor kurzem wurden die Ergebnisse einer Analyse zu den Änderungen des Glücksspielverhaltens nach dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags und der 5. Novelle der Spielverordnung publiziert (Ludwig, Kraus, Müller, Braun & Bühringer, 2011). Auf der Basis von Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys von 2006 und 2009 wurde das Spielverhalten in einem Prä-Post-Design vor und nach den gesetzlichen Änderungen untersucht: Den Ergebnissen zufolge ist die Teilnahme an staatlichen Glücksspielen wie Lotto, Fernseh- und Klassenlotterie zwischen 2006 und 2009 gesunken. Im Gegensatz dazu wurden Kartenglücksspiele im Internet im Jahr 2009 häufiger gespielt als drei Jahre zuvor. Allgemein ist das Vorkommen des mindestens wöchentlichen Spielens gesunken, während die gleichzeitige Teilnahme an mehreren Spielen stieg. Bei anderen Glücksspielen gab es keine signifikanten Änderungen der Spielteilnahme. Sowohl die Prävalenz irgendeines Glücksspiels während den letzten 12 Monaten als auch der Anteil der pathologischen und problematischen Glücksspieler blieben konstant über die Zeit. 

Die Autoren kommen zum Schluss, dass ein vollständiges Verbot des Glücksspielangebots im Internet das Glücksspiel in diesem Segment kaum beeinflussen konnte. Maßnahmen der Angebotsreduktion sollten durch Änderungen von Spieleigenschaften sowie durch Mittel der Früherkennung ergänzt werden. 

 Lesen Sie dazu mehr.
(ps/bb)

4.2. Selbsttest zum Glücksspielen „Nur mal so zum Spaß zocken oder öfter mal richtig was riskieren!?!“

Die LSG hat einen überarbeiteten Selbsttest für riskantes, problematisches und pathologisches Glücksspielen veröffentlicht.  Hier geht es zum Test. Jeder Teilnehmer erhält eine differenzierte und ausführliche Rückmeldung zum Ausmaß der Problematik seines Spielverhaltens sowie weitere Empfehlungen. 

Nach Beantwortung des Tests gibt es – bei Erfüllen bestimmter Kriterien – die Möglichkeit, an einer vom IFT Institut für Therapieforschung durchgeführten Online-Studie im Rahmen des Projekts „Online-Prävention von pathologischem Glücksspielen“ teilzunehmen. Zielsetzung dieser Studie ist die Charakterisierung von Glücksspielern, die über das Internet erreichbar sind. Als Aufwandsentschädigung erhalten die Studienteilnehmer einen Gutschein.
 (bb/ps)

4.3. Ambulante und stationäre Behandlung pathologischer Glücksspieler: Entwicklung in Bayern 2006 bis 2011

Die Zahlen der Deutschen Suchthilfestatistik und der Deutschen Rentenversicherung erlauben eine Hochrechnung, wie viele Personen wegen pathologischen Glücksspielens ambulant und stationär in Suchthilfe- bzw. psychosomatischen Einrichtungen in Bayern beraten bzw. behandelt wurden. Es liegen Informationen zu Trends und Entwicklungen der Versorgungsnutzung über den Zeitraum von 2006 bis 2011 vor. Daten zur Nutzung von ambulanten und stationären Einrichtungen von Personen mit pathologischem Glücksspielverhalten sind ein wichtiger Bestandteil zur Planung von Behandlung und Ausbau des Versorgungssystems für diese Klientel. Lesen Sie mehr dazu.
(ps)


5. Rückblick: 3. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel „Pathologisches Glücksspielen & komorbide Störungen“

Am 24. Oktober fand der 3. Bayerische Fachkongress Glücksspiel statt. Renommierte Experten beleuchteten das Thema „Pathologisches Glücksspielen & komorbide Störungen“ aus verschiedenen Blickrichtungen: Einführend ging Prof. Dr. Ludwig Kraus (IFT München) auf die Relevanz komorbider Störungen bei pathologischen Glücksspielern ein. In vier Vorträgen wurde die Behandlung der häufigsten komorbiden Erkrankungen bei pathologischen Glücksspielern erläutert. Zunächst stellte Dr. Eva Hoch in einem Grundlagenvortrag für die breite Zielgruppe des Kongresses den aktuellen Wissensstand zur Behandlung substanzbezogener Störungen vor. Anschließend griff Dr. Franziska Einsle das Thema Angststörungen auf. Im dritten Vortrag stellte Dr. Petra Schuhler ein praxisnahes Konzept zur ressourcenorientierten Psychotherapie bei Persönlichkeitsstörungen vor. Wissenswertes zum Thema Depressionen präsentierte Prof. Dr. Martin Hautzinger. Im Abschlussvortrag zog PD Dr. Johannes Lindenmeyer ein Resümee aus den vorhandenen Fakten über die Behandlung von pathologischen Glücksspielern mit komorbiden Störungsbildern.

Alle Präsentationen finden sich zum Nachlesen auf der  Homepage der BAS unter der Rubrik Veranstaltungen – Nachlese Glücksspiel.
 (bu)


6. Schulungen und Veranstaltungen (Ausblick 2013)

Auch 2013 bietet die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern wieder ein vielfältiges Fortbildungsangebot an, durchgeführt von der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS. Aufgrund der großen Nachfrage finden erneut Basisschulungen statt, Aufbauschulungen zu neuen Themen sind derzeit in Planung. Darüber hinaus finden auch im kommenden Jahr verschiedene weitere Fachveranstaltungen statt, wie beispielsweise ein Fachtag in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeskammer der Psychologischen Psychotherapeuten und der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten oder Vorträge für die breite Öffentlichkeit. Zudem wird im Juni 2013 der 4. Bayerische Fachkongress Glücksspiel veranstaltet.

 
Für Ihre Planung können wir Ihnen bereits folgende Termine 2013 mitteilen:

 

26.01.2013
Kooperationsveranstaltung mit der PTK: „Pathologisches Glücksspielen – Know-how für Psychotherapeuten“ (München)

06.02.2013
Basisschulung „Grundlagen der Glücksspielsucht“ (Nürnberg)

21.02.2013
Vortrag in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule München „Glücksspiele & Glücksspielsucht“ (München)

12.06.2013
4. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel (München)

06.07.2013
Basisworkshop für GruppengründerInnen im Bereich der Selbsthilfe (München)

(bu)


7. Kurz gemeldet

7.1. Glücksspielstaatsvertrag tritt in Nordrhein-Westfalen in Kraft

Im Dezember ist in Nordrhein-Westfalen der neue Glücksspielstaatsvertrag vom 1. Juli 2012 in das Länderrecht umgesetzt worden. Mit Ausnahme von Schleswig-Holstein gilt der geänderte Glücksspielstaatsvertrag nun bundesweit. Das nordrhein-westfälische Ausführungsgesetz sieht für Spielhallen eine Mindestabstandsregelung von 350 Metern, ein Verbot von EC- und Kreditkartenautomaten sowie eine Sperrzeit von täglich 1 bis 6 Uhr vor. Damit überschreitet NRW die gesetzlichen Mindestanforderungen des Staatsvertrages von täglich drei Stunden. Durch den neuen Staatsvertrag werden nun – unter bestimmten Voraussetzungen – Online-Lotto und -Sportwetten auch in Nordrhein-Westfalen wieder legal.

Durch die zeitgleiche Änderung des Spielbankengesetzes sind in NRW jetzt außerdem fünf statt wie bisher vier staatliche Spielbanken erlaubt.
 
Quelle:  na presseportal
(lm)


8. Literaturreferat: Trauma und Glücksspielsucht – Unterschiede zwischen Frauen und Männern in stationärer Behandlung

Obwohl etwa ein Drittel der pathologischen Glücksspieler weiblich ist, findet sich im therapeutischen Setting nur ein geringer Anteil Frauen. Vermutlich leiden weibliche pathologische Glücksspielerinnen noch weitaus mehr als Männer unter Schuld- und Schamgefühlen sowie den damit verbundenen Normverstößen. Pathologische Glücksspielerinnen beginnen – verglichen mit den männlichen – später zu spielen und sind dementsprechend während der Therapie im Schnitt älter. Die Entwicklung vom sozialen Spielen hin zum pathologischen Glücksspielen vollzieht sich bei Frauen allerdings signifikant schneller. Zudem findet sich bei pathologischen Glücksspielerinnen – sowohl verglichen mit der Normalbevölkerung als auch mit pathologischen Glücksspielern – deutlich mehr körperlicher und sexueller Missbrauch.

Quelle: Vogelgesang M (2010). Traumata, traumatogene Faktoren und pathologisches Glücksspielen. Genderspezifische Analyse. Psychotherapeut 55: 12-20.

Lesen Sie dazu mehr.
(bu)


Autoren dieser Ausgabe: Konrad Landgraf (kl), Lisa Mehrbrodt (lm), Daniel Ensslen (En), Pawel Sleczka (ps), Barbara Braun (bb), Ursula Buchner (bu) und Thomas Baur (tb)


Impressum

Weitere Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie auf unserer Homepage unter www.lsgbayern.de. Wir freuen uns, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich bitte an
 thomas.baur@lsgbayern.de.

 

Bitte beachten Sie auch unsere Kampagnen-Website: www.verspiel-nicht-dein-leben.de

 

 

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Geschäftsstelle
Geschäftsführung: Konrad Landgraf
Edelsbergstraße 10
80686 München

Telefon: 089/ 55 27 359 0
Fax: 089/ 55 27 359 22
 info@lsgbayern.de

www.lsgbayern.de



Träger der Landesstelle:

 

Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

 

IFT Institut für Therapieforschung


Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern
für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V.

Sitz: München
Registergericht: München
Register: VR 201570

 

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Konrad Landgraf

 

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