12. LSG Newsletter 08/2012

Liebe Leserinnen und Leser, sehr geehrte Damen und Herren,

 

es hat sich viel getan in der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, seit Sie Anfang April unseren ersten Newsletter in diesem Jahr bekommen haben. Die wichtigste und zugleich erfreulichste Nachricht war die Vertragsverlängerung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Auch in personeller Hinsicht gab es einige Veränderungen. Mehr dazu lesen Sie unter Punkt 1.

 

Außerdem berichten wir über das erweiterte Angebot der türkischsprachigen Hotline (Punkt 2) und geben einen kurzen Ausblick auf den bundesweiten Aktionstag Ende September (Punkt 3). 

 

Auch in diesem Newsletter gibt es wieder Neuigkeiten aus der Forschung (Punkt 4), aktuelle Fortbildungsveranstaltungen (Punkt 5) und Informationen zum Angehörigenprojekt ETAPPE (Punkt 6).

 

In der Rubrik „Kurz gemeldet“ erfahren Sie unter Punkt 7 wichtige Neuigkeiten unter anderem aus der Politik.

(tb)


Inhalt

  1. Neues aus der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
    1.1. Vertragsverlängerung mit dem Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit
    1.2. Personelle Veränderungen 
  2. Türkischsprachige Hotline
  3. Bundesweiter Aktionstag
  4. Neuigkeiten aus der Forschung
    4.1. Schätzung der Anzahl problematischer und pathologischer Glücksspieler in Bayern
    4.2. Glücksspielverhalten von Jugendlichen in Bayern
    4.3. Ambulante und stationäre Behandlung pathologischer Glücksspieler: Entwicklung in Bayern 2009-2010
  5. Aktuelle Fortbildungsveranstaltungen
    5.1. 3. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel – Pathologisches Glücksspielen & komorbide Störungen am 24.10.2012
  6. Angehörigenprojekt ETAPPE             
  7. Kurz gemeldet
    7.1. Der neue Glücksspielstaatsvertrag
    7.2. Norddeutsche (NKL) + Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) = Gemeinsame Klassenlotterie der Länder (GKL)

 


1. Neues aus der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern

1.1. Vertragsverlängerung mit dem Bayerischen Ministerium für Umwelt und Gesundheit

Durch die Vertragsverlängerung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit im April ist die LSG auch weiterhin in der Lage, ihre Tätigkeit – vorerst bis Ende 2015 – fortzuführen. Besonders erfreulich: Alle bislang von der LSG finanzierten Fachstellen sind nach wie vor als kompetente Partner dabei. Auch die nicht von der LSG finanzierten Stellen im Kompetenznetzwerk sind erhalten geblieben. Für die Landesstelle sowie alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist dies ein großartiger Erfolg, denn wir können unsere wertvolle Arbeit nun fortführen und unsere Klienten, deren Zahl von Jahr zu Jahr stetig steigt, auch weiterhin kompetent beraten. 

(tb)

 

1.2. Personelle Veränderungen 

Veränderungen gab es in personeller Hinsicht vor allem in der Geschäftsstelle der LSG: Bereits seit Februar leitet Thomas Baur als Referent für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit die Pressestelle der LSG. Er übernimmt die Stelle der bisherigen Referentin Manuela Freese-Wagner. Seit Mai arbeitet Lisa Mehrbrodt als Sozialpädagogin in der Geschäftsstelle der LSG, sie ersetzt Vanessa Irles-Garcia. Ebenfalls im Mai hat Amira Cehic ihre Arbeit als Verwaltungskraft in der Geschäftsstelle aufgenommen und führt seitdem den Aufgabenbereich von Sigrid Bursche fort. 

 

Zum 30. Juni ist der bisherige Geschäftsführer der LSG, Franz Dobler, auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Bis ein(e) Nachfolger(in) gefunden ist, leitet Petra Eberle, Mitglied im Vorstand beim Betreiberverein der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V., kommissarisch die Geschäfte. 

 

Die Landesstelle Glücksspielsucht bedankt sich bei den ausgeschiedenen Mitarbeitern/-innen und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute.

(tb)


2. Türkischsprachige Hotline

In Zusammenarbeit mit der Landesfachstelle Glücksspielsucht des Saarlandes hat die LSG Bayern seit 1. Juli die Sprechzeiten der türkischsprachigen Hotline verdoppelt. Statt wie bisher nur donnerstags steht Sozialpädagoge Mete Tuncay den Betroffenen nun auch dienstags als kompetenter Ansprechpartner und Ratgeber zur Verfügung. Laut Tuncay wird die Hotline vermehrt in Anspruch genommen, so dass eine Verdopplung der Sprechzeiten der nächste und folgerichtige Schritt war. Die türkischsprachige Beratungshotline ist ein Projekt der LSG Bayern und wurde im Februar 2011 ins Leben gerufen. Sie ist kostenlos, anonym und unter der Rufnummer 0800 326 47 62 erreichbar. 

(tb)


3. Bundesweiter Aktionstag

Auch in diesem Jahr nimmt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern wieder am bundesweiten Aktionstag gegen Glücksspielsucht teil. Am 25. September 2012 ist es soweit: Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kompetenznetzwerkes der Landesstelle Glücksspielsucht haben bereits ihre Teilnahme am Aktionstag bestätigt und werden an verschiedenen Orten in ganz Bayern mit Aktionen auf das Thema Glücksspielsucht aufmerksam machen. In Kürze werden die Standorte, an denen die Aktionen stattfinden, auf der Homepage der LSG unter  www.lsgbayern.de bekanntgegeben. 

(tb)


4. Neuigkeiten aus der Forschung

4.1. Schätzung der Anzahl problematischer und pathologischer Glücksspieler in Bayern 

Für Deutschland liegen aktuell (Stand Frühjahr 2012) Informationen aus sieben Bevölkerungsumfragen zum Glücksspielverhalten und pathologischem Glücksspielen in der Allgemeinbevölkerung vor. Anhand dieser Daten kann die Anzahl problematischer und pathologischer Glücksspieler in Bayern geschätzt werden. Werden alle sieben Studien einer Gesamtschätzung zugrunde gelegt, ergibt sich für Bayern eine geschätzte Zahl pathologischer Spieler von 28.000 (unterer Wert 15.000, oberer Wert 44.000) sowie von 34.000 Personen (unterer Wert 16.000, oberer Wert 50.000), bei denen problematisches Spielverhalten vorliegt (kein signifikanter Unterschied im Vergleich mit früheren Schätzungen). 

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(lu)

 

4.2. Glücksspielverhalten von Jugendlichen in Bayern

Ähnlich wie der Konsum psychoaktiver Substanzen ist die Teilnahme von Kindern und Jugendlichen an Glücksspielen eine wichtige gesundheitspolitische Herausforderung, da die Adoleszenz eine besonders wichtige Zeitspanne in Bezug auf die Entwicklung von (riskantem) Glücksspielverhalten, Einstellungen und Verhaltensweisen darstellt, welche das Spielverhalten im Erwachsenenalter und möglicherweise damit verbundene Probleme maßgeblich beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, das Glücksspielverhalten von Jugendlichen regelmäßig zu beobachten und Risikogruppen zu identifizieren. Diese Informationen sind vor allem als Grundlage für die Planung und Umsetzung effektiver gesundheitspolitischer Maßnahmen insbesondere in den Bereichen der Prävention und Frühintervention relevant. Vor diesem Hintergrund wurde das Glücksspielverhalten von Schülern der Jahrgangsstufen 9 und 10 in Bayern hinsichtlich genereller Spielteilnahme, Teilnahme an unterschiedlichen Glücksspielen sowie die Frequenz der Teilnahmen untersucht. 

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(lu)

 

4.3. Ambulante und stationäre Behandlung pathologischer Glücksspieler: Entwicklung in Bayern 2009-2010

Um Trends und Entwicklungen in der Versorgungsnutzung möglichst frühzeitig erkennen zu können, müssen verschiedene an der Versorgung und Behandlung pathologischer Glücksspieler beteiligte Einrichtungen herangezogen werden. Hinsichtlich der Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten in Bayern erlauben die Daten der Deutschen Suchthilfestatistik eine Hochrechnung, wie viele Personen wegen pathologischen Glücksspielens ambulant und stationär in Suchthilfeeinrichtungen in Bayern betreut bzw. behandelt werden. Zudem liegen von der Deutschen Rentenversicherung Informationen zur Anzahl finanzierter ambulanter und stationärer Rehabilitationsmaßnahmen bei pathologischen Glücksspielern in Bayern vor. In einem neuen Kurzbericht zur Versorgungsnutzung wird die Anzahl der Personen geschätzt, die wegen pathologischen Glücksspielens ambulant und stationär in Suchthilfe- bzw. psychosomatischen Einrichtungen in Bayern im Jahr 2010 behandelt wurden. Diese werden den Zahlen des Vorjahres gegenübergestellt und liefern somit erste Informationen zu Behandlungstrends in Bayern. 

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(lu) 


5. Aktuelle Fortbildungsveranstaltungen

5.1. 3. Bayerischer Fachkongress Glücksspiel – Pathologisches Glücksspielen & komorbide Störungen am 24.10.2012

Aktuelle epidemiologische und klinische Studien belegen die hohe individuelle psychosoziale Belastung von problematischen und pathologischen Glücksspielern. Eine der Hauptursachen hierfür liegt in dem im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung drei- bis vierfach erhöhten Risiko dieser Patientengruppe für das Vorliegen einer weiteren psychischen Erkrankung. Hieraus ergeben sich bedeutsame Fragestellungen für die Beratung und Behandlung der Betroffenen: Welche Schwierigkeiten resultieren aufgrund einer Doppeldiagnose für die Motivationsarbeit im Rahmen der ambulanten Beratung? Welche Chancen ergeben sich aus der Berücksichtigung komorbider Störungsbilder für die therapeutische Beziehung? Welche integrativen Behandlungsmodelle bestehen? Lassen sich nach aktuellem Stand der Forschung in sequentiellen und parallelen Behandlungskonzepten sinnvolle Alternativen finden? Welche Implikationen lassen sich aus der Reihenfolge des Auftretens der Störungsbilder für die Behandlung ableiten?

Experten treffen Experten

In vier Einzelbeiträgen werden der aktuelle Stand des Wissens und aktuelle Behandlungsansätze zu den am häufigsten komorbid-auftretenden Störungsbildern referiert. Den Rahmen bilden die epidemiologische Perspektive im Eröffnungsvortrag und ein Überblick über integrative Behandlungskonzepte für pathologische Glücksspieler im Abschlussvortrag. Damit treffen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Substanzabhängigkeit, affektive Störungen, Angst- und Persönlichkeitsstörungen auf Expertinnen und Experten in Bezug auf pathologisches Glücksspielen.

 
Bitte beachten Sie: Aufgrund der hohen Anmeldezahlen haben wir den Veranstaltungsort geändert. Die Veranstaltung findet nun statt im: 
 
Salesianum – Veranstaltungen
St.-Wolfgangs-Platz 11, 81669 München
S-Bahn-Haltestelle Rosenheimer Platz

 

Weitere Details zur Veranstaltung und das Anmeldeformular finden Sie auf der Homepage
 http://www.bas-muenchen.de unter der Rubrik Veranstaltungen beziehungsweise auf der Homepage  http://www.lsgbayern.de unter der Rubrik Fortbildungen. 

(bu)


6. Angehörigenprojekt ETAPPE

 Das „Entlastungstraining für Angehörige problematischer und pathologischer Glücksspieler – psychoedukativ (ETAPPE)“ wurde in Zusammenarbeit mit bayerischen Beratungsstellen entwickelt, um eine Lücke in der Versorgung Angehöriger von Glücksspielsüchtigen zu schließen. Es ermöglicht Beratern oder Therapeuten, in einem psychoedukativen Gruppenangebot Angehörige über die Erkrankung aufzuklären und die Vernetzung mit anderen Angehörigen zu initiieren. Die Vermittlung von Informationen sowie die Förderung individueller Bewältigungsfähigkeiten erzielt eine Reduktion der Belastetheit der betroffenen Angehörigen. Im Herbst 2012 wird bei Hogrefe das Manual „Angehörigenarbeit bei pathologischem Glücksspiel – Das psychoedukative Entlastungstraining ETAPPE“ in der Reihe „Therapeutische Praxis“ erscheinen. Neben dem detaillierten Ablauf des Entlastungstrainings werden auch Hintergrundinformationen dargestellt. Dabei handelt es sich zum einen um theoretische Grundlagen, wie die Begriffsklärung Psychoedukation, Grundwissen zum pathologischen Glücksspielen und den aktuellen Erkenntnisstand der Forschung zur Betroffenheit dieser Angehörigen. Zum anderen werden Erkenntnisse zur Integration von ETAPPE in Beratungsstellen und zur Durchführung aus dem bereits abgeschlossenen Pilotprojekt vermittelt. ETAPPE umfasst insgesamt acht Bausteine, die im Manual im Detail inklusive aller Materialien vertieft dargestellt werden. Gleichzeitig bietet das Manual auch die Möglichkeit, einzelne Bausteine themenspezifisch für bereits bestehende Gruppen auszuwählen. Im Anhang des Manuals befinden sich alle zur Durchführung notwendigen Materialien als Kopiervorlage. Zudem sind die Materialien inklusive der Powerpoint-Präsentationen auf CD beigelegt, um die Durchführung des Entlastungstrainings in der Praxis zu erleichtern. 
 
Weitere Informationen finden Sie unter:  http://www.hogrefe.de/programm/angehoerigenarbeit-bei-pathologischem-gluecksspiel.html

(bu)


7. Kurz gemeldet

7.1. Der neue Glücksspielstaatsvertrag

Nach Ratifizierung in zunächst 14 deutschen Bundesländern ist am 1. Juli der erste Glücksspieländerungsstaatsvertrag (Erster GlüÄndStV) in Kraft getreten. Die wichtigsten Veränderungen im Vergleich zum Glücksspielstaatsvertrag (GlüStV) aus dem Jahr 2008 sind nachfolgend beschrieben: 

 

Um den Schwarzmarkt effektiver zu bekämpfen, haben die Länder beschlossen, das Veranstalten von Sportwetten für einen Zeitraum von vorerst sieben Jahren zu erlauben. Dazu ist eine Konzession nötig, deren Höchstzahl auf 20 begrenzt sein soll. Die Konzessionsabgabe beläuft sich auf fünf Prozent des Spieleeinsatzes. Mit dieser Entscheidung haben die Länder das staatliche Monopol bei Sportwetten praktisch aufgegeben. Denn neben dem staatlichen Anbieter ODDSET kommen nun auch private Anbieter von Sportwetten zum Zug – wahlweise in einem stationären Spielbetrieb oder sogar im Internet. Denn: Sofern es keine Versagungsgründe gibt und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können die Länder den Eigenvertrieb und die Vermittlung von Sportwetten im Internet jetzt erlauben. Auch das Vermitteln von Pferdewetten und Lotterien ist nun unter bestimmten Voraussetzungen online erlaubt. Das Anbieten von Casinospielen im Internet, etwa Online-Poker, bleibt hingegen weiterhin verboten.

 

In Bezug auf Werbung für Glücksspiele gibt es Änderungen: Weiterhin darf sie sich weder an Jugendliche noch an vergleichbar gefährdete Zielgruppen richten – dies war auch im Glücksspielstaatsvertrag so vorgesehen. Neu: Die Werberichtlinien müssen sich jetzt an wissenschaftlichen Erkenntnissen ausrichten, die jede Form des Glücksspiels unterschiedlich bewerten. Verboten ist explizit irreführende Werbung für öffentliches Glücksspiel, insbesondere solche, die unzutreffende Aussagen über Gewinnchancen oder Art und Höhe der Gewinne enthält. Der Hinweis auf Suchtgefahren und Hilfsangebote ist dagegen nicht mehr gefordert. Generell verboten bleibt Werbung für öffentliches Glücksspiel im Fernsehen, im Internet sowie über Telekommunikationsanlagen. Abweichend davon können die Länder Werbung für Lotterien sowie für Sport- und Pferdewetten im Internet und Fernsehen erlauben. Nicht möglich ist Werbung über Telekommunikationsanlagen oder per E-Mail. 

 

Ebenfalls neu ist die Aufnahme von Spielhallen in den Ersten GlüÄndStV. Erstmals werden Geldgewinnspielgeräte als Glücksspiel definiert, auch wenn sie nach wie vor der Spielverordnung unterliegen. Damit sind sie zwar weiterhin unter der Zuständigkeit des Bundes, allerdings bedarf ihre Aufstellung nun einer Erlaubnis der zuständigen Behörde des jeweiligen Landes. Das heißt: Betreiber von Spielhallen benötigen nun (1) eine Erlaubnis für den Betrieb einer Spielhalle gemäß Gewerbeordnung, (2) eine Erlaubnis für das Aufstellen und den Zugang zu den Geräten gemäß Baunutzungsverordnung der Gemeinde und (3) eine Erlaubnis für das Errichten und den Betrieb einer Spielhalle gemäß dem Ersten GlüÄndStV von der zuständigen Behörde des Landes. Um diese zu erhalten, ist ab sofort zwischen zwei Spielhallen ein Mindestabstand einzuhalten. Außerdem sind Mehrfachkonzessionen verboten, was Spielhallenkomplexe verhindern soll. Und: Spielhallen dürfen äußerlich nicht so gestaltet werden, dass sie als Werbung für den Spielbetrieb gelten und Anreize zum Spielen schaffen. Außerdem sind Sperrzeiten von mindestens drei Stunden pro Tag vorgesehen. Nach wie vor unterliegen Spielhallenbetreiber den bestehenden Vorschriften zur Entwicklung von Sozialkonzepten und zur Aufklärung. Allerdings ist das Einrichten eines Spieler-Sperrsystems für Spielhallen nicht vorgeschrieben. Sämtliche Regelungen aus dem Ersten GlüÄndStV gelten analog für Geldspielgeräte in Gaststätten. 

 

Bezüglich Werbung, Sozialkonzepten und Aufklärung unterliegen nun auch Pferdewetten dem Ersten GlüÄndStV. Sie werden wie bisher durch das Rennwett- und Lotteriegesetz reguliert und bedürfen keiner zusätzlichen Erlaubnis durch die Länder. Die Neuerung: Pferdewetten im Internet können unter denselben Voraussetzungen wie Sportwetten erlaubt werden. 

 

Im Ersten GlüÄndStV ist die gewerbliche Vermittlung von Lotterien möglich. Für das Vermitteln selbst und für die Vermittlung im Internet ist pro Bundesland jeweils eine eigene Konzession nötig. Ein Anspruch auf Erteilung besteht nicht. Auch die Veranstalter von Klassenlotterien unterliegen Änderungen: Die Klassenlotterien SKL und NKL werden zu einer gemeinsamen Klassenlotterie, der GKL, zusammengeschlossen und sind zukünftig in einer Gesellschaft vereint. 

 

Bezüglich Information und Aufklärung gilt nun: Neben Informationen über Gewinn- und Verlustwahrscheinlichkeiten müssen die Veranstalter und Vermittler über die Ausschüttungsquote und den zugrunde gelegten Zufallsmechanismus informieren. Weitere spezifische Informationspflichten dienen dem Verbraucherschutz. Lose, Spielscheine und Spielquittungen müssen auch weiterhin Hinweise auf die vom jeweiligen Glücksspiel ausgehende Suchtgefahr und Hilfsmöglichkeiten enthalten.

 

Quelle: Universität Hohenheim

Link http://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/fileadmin/einrichtungen/gluecksspiel/Newsletter/Newsletter_052012.pdf

 

Status Bayern:

Die Entwurfsfassung des neuen bayerischen Ausführungsgesetzes vom 17. April 2012 gestaltet den vorgegebenen Rahmen des Ersten GlüÄndStV wie im Folgenden verkürzt dargestellt aus: Unter bestimmten Voraussetzungen wird die Vermittlung von Lotterien und das Veranstalten und die Vermittlung von Sportwetten im Internet erlaubt. Wettvermittlungsstellen werden auf insgesamt 400 begrenzt – lokale Häufungen sind zu vermeiden. Die Bestimmungen für Spielhallen möchte Bayern wie folgt umsetzen: Die Sperrzeit soll von 3-6 Uhr morgens gelten, die Gemeinden können diesen Zeitraum bei Bedarf weiter ausdehnen. Der Mindestabstand zwischen zwei Spielhallen beträgt 250 Meter. Ausnahmen sollen möglich sein. Künftig werden Spielhallen, die in einem baulichen Verbund mit weiteren Spielhallen stehen, nicht mehr erlaubt. Bereits bestehende Spielhallen können von dieser Regelung befreit werden, wenn eine Gesamtzahl von 48 Spielgeräten mit Gewinnmöglichkeit in dem Gebäudekomplex nicht überschritten wird und die Planung einer weiteren Anpassung nachgewiesen werden kann (Härtefallklausel). 

 

Quelle http://www.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP16/Drucksachen/Basisdrucksachen/0000007500/0000007758.pdf

(tb/lm)
 
 

 

7.2. Norddeutsche (NKL) + Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) = Gemeinsame Klassenlotterie der Länder (GKL)

Seit dem 1. Juli 2012 besteht die erste bundeseinheitliche Staatslotterie, die Gemeinsame Klassenlotterie der Länder (GKL). Dadurch wird erstmals eine staatliche Lotterie angeboten, die sämtliche Bundesländer tragen. Die Errichtung der GLK ist in erster Linie eine ordnungsrechtliche Maßnahme, die von den Ministerpräsidenten der Länder im Rahmen der Novellierung des Ersten GlüÄndStV beschlossen worden war und darauf abzielt, ein staatlich kontrolliertes und garantiertes Angebot als attraktive Alternative zu privaten Glücksspielangeboten zu erstellen. Die GKL bietet die bisher von den Lotterieveranstaltern Nordwestdeutsche Klassenlotterie (NKL) und Süddeutsche Klassenlotterie (SKL) veranstalteten Glücksspiele an. Für die Spielteilnehmer von NKL und SKL ändert sich nur der Vertragspartner, da die Spielangebote unverändert unter den bekannten Marken weitergeführt werden und sowohl die Abwicklung über die Lotterie-Einnehmer als auch die staatliche Gewinngarantie durch nunmehr 16 Bundesländer weiterhin bestehen bleiben. Ab voraussichtlich dem Jahr 2013 wird die GKL das bisherige Angebot um ein neues Lotterie-Produkt ausbauen.

 

Quelle: presseportal.de, 03.07.2012

Link http://www.presseportal.de/pm/105945/2282368/deutschland-bekommt-eine-gemeinsame-klassenlotterie

(lu)


Impressum

Weitere Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie auf unserer Homepage unter www.lsgbayern.de. Wir freuen uns, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich bitte an
 thomas.baur@lsgbayern.de.

 

Bitte beachten Sie auch unsere Kampagnen-Website: www.verspiel-nicht-dein-leben.de

 

 

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Geschäftsstelle
Geschäftsführung: Konrad Landgraf
Edelsbergstraße 10
80686 München

Telefon: 089/ 55 27 359 0
Fax: 089/ 55 27 359 22
 info@lsgbayern.de

www.lsgbayern.de



Träger der Landesstelle:

 

Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

 

IFT Institut für Therapieforschung


Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern
für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V.

Sitz: München
Registergericht: München
Register: VR 201570

 

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Konrad Landgraf

 

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