4. LSG Newsletter 10/2009

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Newsletter-AbonnentInnen,

 

im vierten Newsletter der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern 04 / Oktober 2009 möchten wir Sie einleitend über die Neuigkeiten der Landesstelle Glücksspielsucht informieren. Aus dem Bereich Forschung präsentieren wir Ihnen erste Daten zum Glücksspielverhalten in Bayern und ziehen eine vorläufige Bilanz aus der Versorgungsstudie. Nach einem kurzen Rückblick über unsere bisher durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen geben wir Ihnen die letzten Fortbildungstermine für 2009 bekannt und informieren Sie anschließend über das diesjährige Symposium zum Thema „Computerspiele- und Onlinesucht“ und den im Herbst 2010 stattfindenden Fachkongress „ambulant trifft stationär“, wozu wir Sie recht herzlich einladen.

 

In unserer Rubrik „Kurz gemeldet“ berichten wir über das Gerichtsurteil im Fall Liga Portuguesa und die neuesten Entwicklungen im Glücksspielbereich. Unsere Literaturreferate beinhalten in diesem Newsletter zwei Artikel zu den Themen „Pathologische Internetnutzung – ein Überblick" und „Einmal Spieler – immer Spieler? Veränderungen im Spielverhalten beim Übergang von Jugend- zum Erwachsenenalter“.
(Ir-Ga)

 


1. Das „Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht“ vergrößert sich um zwei Suchthilfeeinrichtungen

Das im Rahmen der Landesstelle Glücksspielsucht geschaffene „Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht“ gewinnt zwei neue Suchthilfeeinrichtungen dazu. Seit über einem Jahr arbeitet die Landesstelle Glücksspielsucht an der Verbesserung des Suchthilfesystems. Mit nun insgesamt 50 Einrichtungen konnte die flächendeckende Versorgung in Bayern innerhalb eines Jahres maßgeblich ausgebaut werden. Die MitarbeiterInnen der Einrichtungen des Kompetenznetzwerks Glücksspielsucht werden durch die Landesstelle in den nächsten zwei Jahren im besonderen Maße qualifiziert und unterstützt. Dazu bietet die Landesstelle kontinuierliche Weiterbildungsangebote und stellt spezielle Materialien für die SuchtberaterInnen zur Verfügung.
(Ir-Ga)

 

Die Suchthilfeeinrichtungen des Kompetenznetzwerks finden Sie hier.

2. Supervisionsangebot für die Beratungsstellen des Kompetenznetzwerks

Das Angebot zur Supervision für die Mitglieder des Kompetenznetzwerks Glücksspielsucht durch Dipl.-Psych. Eva Korell wurde gut angenommen. Die Landesstelle Glücksspielsucht wird das Projekt über die 12-wöchige Pilotphase hinaus weiterführen. Die beiden Gruppen in Nürnberg und München werden weiter bestehen, neue Gruppen können gebildet werden. Bei Interesse an diesem kostenfreien Angebot können sich interessierte Mitglieder des Kompetenznetzwerks an die BAS e.V., Dipl.-Soz.Päd. Marco Stürmer ( marco.stuermer@bas-muenchen.de), wenden.
(Wi)

3. Das Angebot an betreuten Gruppen wächst kontinuierlich

Das Versorgungsangebot in Bayern wird kontinuierlich verbessert. Seit Juli bieten fünf weitere Suchthilfeeinrichtungen im Kompetenznetzwerk Gruppenangebote für pathologische Spieler an. Das „Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht“ betreut derzeit in insgesamt 15 unterschiedlichen Gruppen Glücksspielsüchtige und deren und Angehörige. Darunter sind 13 Gruppen für Betroffene und zwei Gruppen für Angehörige. Aufgrund des steigenden Bedarfs bieten die Fachstellen in Bayreuth und Passau seit kurzem auch Telefonsprechstunden an.
(Ir-Ga)

 

Alle Informationen zu den Gruppenangeboten in Bayern finden Sie hier.

4. Zweites Treffen des „Betroffenenbeirates Pathologisches Glücksspielen“

Anfang Oktober hat sich der Betroffenenbeirat zum zweiten Mal in diesem Jahr getroffen. Erneut konnten Betroffene zu Wort kommen und ihre Anliegen und Anregungen zum bestehenden Suchthilfesystem äußern. Durch den Betroffenenbeirat konnten bereits im ersten Treffen einige Mängel im Hilfesystem transparent gemacht und über die Landesstelle an die verantwortlichen Ebenen weiter transportiert werden. Daran wurde im Rahmen des zweiten Treffens angeknüpft und weiter gearbeitet. Zudem wurden die TeilnehmerInnen des Betroffenenbeirates auch beim zweiten Treffen eng an der Umsetzung aktueller Maßnahmen und Projekte beteiligt. Ein kontinuierlicher Austausch im Rahmen des „Betroffenenbeirates Pathologisches Glücksspielen“ wird auch im nächsten Jahr fortgeführt.

 

Das nächste Treffen wird im Frühjahr 2010 stattfinden. Betroffene, die sich über den „Betroffenenbeirat Pathologisches Glückspielen“ informieren möchten oder an einer Mitarbeit im Betroffenenbeirat interessiert sind, können sich gerne jederzeit unter  vanessa.irles-garcia@lsgbayern.de melden.
(Ir-Ga)

5. Aktion Jugendschutz entwickelt erste Materialien zur Prävention bei Glücksspielsucht

Im November 2009 gibt die Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. ( aj) neues Material zur Prävention von Glücksspielsucht heraus.

 

Das „Wenn-Ich-Karten-Spiel“ stellt eine interaktive Methode für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren dar, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Spielerisch erfahren die TeilnehmerInnen in Gruppen mehr über das Thema und reflektieren im Gespräch ihre eigenen Meinungen und Haltungen. In der Anleitung werden pädagogische Ansätze und Perspektiven vermittelt. Die nötigen Hintergründe und Zusammenhänge werden in kompakter, verständlicher Form dargestellt. Das Spiel kann also von pädagogischen Fachkräften einfach und ohne Vorkenntnisse eingesetzt werden.

 

Adressen, Links und weitere empfohlene Materialien ermöglichen der Spielleitung eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema. Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an Dipl.-Soz.Päd. Daniel Ensslen ( ensslen@aj-bayern.de).
(En)

6. Kooperation der Länder

Seit Herbst 2008 nimmt die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern an den regelmäßigen Treffen der  KoordinatorInnen der Länder- und Bundesaktivitäten im Bereich Glücksspielsuchtprävention und -beratung teil. Ziel der Kooperation ist es, Synergien zu nutzen und in gemeinsamer Arbeit die Anforderungen des Glücksspielstaatsvertrages umzusetzen.
(Ir-Ga)

 

Die teilnehmenden Länder finden Sie hier.

7. Stand der Studie zur Analyse von patienten- und therapiebezogenen Charakteristika von Glücksspielern in Beratung (Versorgungsstudie)

Seit April 2009 werden in über 40 ambulanten Suchthilfeeinrichtungen in Bayern Daten von Klienten mit Glücksspielproblemen erhoben. Ziel der vom IFT entwickelten Studie ist es, umfangreicher Kenntnisse über Charakteristika und Spielverhalten von Personen mit Glücksspielproblemen, die Hilfe suchen, sowie über die durchgeführte Beratung zu erhalten.

 

Zurzeit liegen von über 250 Klienten Daten zu Demographie, Spielverhalten sowie Substanzkonsum vor. Des Weiteren haben bis jetzt über 160 Klienten einen detaillierteren Fragebogen zur Einschätzung der Schwere der Glücksspielproblematik und komorbiden Störungen ausgefüllt. Die Daten werden in anonymisierter Form an das IFT übermittelt. (Stand:15.10.2009)
(Sa)

 

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8. Glücksspielverhalten in Bayern

Schätzungen aus Bevölkerungsstudien zu Glücksspiel in Deutschland zu Folge haben um die 70% der Deutschen schon einmal gespielt (Bühringer et al., 2007). Da regionale Unterschiede und Schwankungen im Glücksspielverhalten möglich sind, hat das IFT in einer gesonderten Analyse Daten zum Glücksspielen für das Bundesland Bayern ausgewertet und diese mit den Ergebnisse Gesamtdeutschlands verglichen.
(Sa)

 

Lesen Sie mehr zu den Ergebnissen hier.

9. Rückblick: Fortbildungsveranstaltungen 2009 der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern

Im Laufe des Jahres 2009 wurden mit dem vielfältigen Fortbildungsangebot der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, durchgeführt von der BAS e.V., bereits weit über 300 Teilnehmer aus dem Fachpublikum wie auch aus der interessierten Öffentlichkeit erreicht. Für Fachexperten hat die LSG neben den klassischen Basisschulungen auch Aufbauschulungen durchgeführt. Über die Vortragsreihe wurde auch die Allgemeinbevölkerung über spezielle Themen im Bereich des Glücksspielens aufgeklärt. Anlässlich des einjährigen Bestehens der Landesstelle hat diese zudem das Symposium „Ein Jahr Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern“ veranstaltet.
(Wi)

 

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10. Fortbildungsveranstaltungen 4. Quartal 2009

10.1. Symposium Computerspiel- und Internetsucht am 04.11.2009

„Zu Hause und doch verloren – wenn Computerspiele und Internet zu Parallelwelten werden"

Im Symposium „Zu Hause und doch verloren – wenn Computerspiele und Internet zu Parallelwelten werden“ greifen namhafte Experten in Vorträgen und Workshops ein brisantes und aktuelles Thema auf. Die Veranstaltung wird von der Bayerischen Akademie für Suchtfragen (BAS e.V.) in Kooperation mit der Koordinierungsstelle der Bayerischen Suchthilfe ( KBS), der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Bayern ( LAGFW), der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern ( LSG) und der Landeszentrale für Gesundheit in Bayern e.V. ( LZG) organisiert. Die Resonanz auf die Veranstaltung ist sehr groß, es sind bereits über 260 Anmeldungen für das Symposium eingegangen, es gibt nur noch wenige freie Plätze.
(Wi)

Das Programm, detaillierte Informationen zu dieser Veranstaltung sowie zur Anmeldung finden Sie hier.

 

10.2. Aufbauschulung

Die zweite Aufbauschulung zur Fragestellung „Wie zocken Spieler mit ihren Beratern?“ wird von Dr. Heike Hinz, Klinik Wigbertshöhe, geleitet. Im Vordergrund stehen dabei die Kommunikationsstile der Spieler und die Beziehungsgestaltung in Beratung und Therapie. Termine sind der 11.11.2009 in München sowie der 08.12.2009 in Nürnberg. Voraussetzung für die Teilnahme an der Aufbauschulung ist die Basisschulung.
(Wi)

Die genauen Veranstaltungsorte, weitere Details zur Veranstaltung und das Anmeldeformular finden Sie hier.

11. Vorankündigung 2010

Vorankündigung 2010: “ambulant trifft stationär - Bayerischer Fachkongress und Fachmesse zur Optimierung der ambulanten und stationären Versorgung pathologischer Glücksspieler“

 

Im Rahmen eines großen zweitägigen Fachkongresses mit Fachmesse soll der fachliche Diskurs zwischen ambulantem und stationärem Bereich über die Beratung und Behandlung pathologischer Glücksspieler in Bayern angeregt und gefördert werden. In einer deutschlandweit einmaligen Veranstaltung werden namhafte Referenten in verschiedenen Vorträgen und Workshops Themen der ambulanten und stationären Betreuung praxisnah aufgreifen. Parallel dazu wird die Landesstelle den verschiedenen, auf pathologische Glücksspieler spezialisierten Kliniken die Gelegenheit bieten, ihre Einrichtung vorzustellen. Darüber hinaus sollen Möglichkeiten der bundesweiten Vernetzung und Kooperation initiiert und abgestimmt werden. Der Fachkongress findet am 22./23. April 2010 im Tagungszentrum Kolpinghaus in München statt.
(Wi)

 

Eine Veranstaltungsvorankündigung finden Sie hier.

12. Kurz gemeldet

12.1. Der Fall Liga Portuguesa: Europäischer Gerichtshof erlaubt Monopol

Am 08.09.2009, hat der EuGH sein lang erwartetes Urteil in der Rechtsprechung „Liga Portuguesa de Futebol Profissional" (Az. C-42/07) verkündet.
(Sa)

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12.2. Schleswig-Holstein steigt aus dem Glücksspielstaatsvertrag aus

In ihrer Koalitionsvereinbarung haben die CDU und die FDP sich in Schleswig-Holstein auf einen Austritt aus dem Glücksspielstaatsvertrag geeinigt. Die „bundeseinheitliche Änderung der bestehenden Rechtslage“ ist ihnen ein Anliegen. Welche Auswirkungen die Auslegung des Glücksspielstaatsvertrages auf Landesebene auf der Bundesebene haben wird, ist noch offen.
(Bu)

Welt, 22.10.2009,  www.welt.de/...

13. Literaturreferate

13.1. „Pathologische Internetnutzung – ein Überblick“

Das Thema pathologische Internetnutzung ist derzeit in aller Munde. Die Problematik ist Schwerpunktthema der in Kürze stattfindenden Kooperationsveranstaltung. Doch was ist pathologische Internetnutzung eigentlich? Und wie ist der Stand der Forschung?
(Bu)

(Quelle: Shaw M & Black D W, 2008)

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13.2.  Einmal Spieler – immer Spieler? Veränderungen im Spielverhalten beim Übergang von Jugend- zum Erwachsenenalter“

Eine Reihe von Studien konnte belegen, dass die Prävalenzen für Glücksspiel bei Jugendlichen höher sind als bei Erwachsenen. Doch wie verändert sich das Glücksspielverhalten über die Zeit? Ist das Glücksspielen bei Jugendlichen ein Prädiktor für eine spätere Glücksspielproblematik?
(Bu)

(Quelle: Delfabbro H, Winefield A & Anderson S, 2009)

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Weitere Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie auf unserer Homepage unter  www.lsgbayern.de

 

Für Rückfragen können Sie uns jederzeit per E-Mail oder telefonisch erreichen.

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Redaktion: Ursula Buchner (Bu), Daniel Ensslen (En), Vanessa Irles-Garcia (Ir-Ga), Monika Sassen (Sa), Susanne Winter (Wi).

 

Mit freundlichen Grüßen aus München

Andreas Czerny

Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern


Impressum

Weitere Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie auf unserer Homepage unter www.lsgbayern.de. Wir freuen uns darüber, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich doch bitte an  vanessa.irles-garcia@lsgbayern.de.

 

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Geschäftsstelle
Geschäftsführung: Franz Dobler
Edelsbergstraße 10
80686 München

Telefon: 089/ 55 27 359 0
Fax: 089/ 55 27 359 22
 info@lsgbayern.de

www.lsgbayern.de



Träger der Landesstelle:

 

Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

 

IFT Institut für Therapieforschung


Betreiberverein der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V.

Sitz: München
Registergericht: München
Register: VR 201570

 

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Franz Dobler

 

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