10. LSG Newsletter 11/2011

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Newsletter-AbonnentInnen,

 

im November-Newsletter berichten wir Ihnen von der erfolgreichen Teilnahme am bundesweiten Aktionstag und der Effie Auszeichnung unserer Kampagne „Verspiel nicht dein Leben“.

Außerdem stellen wir Ihnen eine Erweiterung des Praxishandbuchs Glücksspiel zur Verfügung und präsentieren Ihnen unsere neu entwickelten Arbeitsinstrumente. Desweiteren geben wir Ihnen die Schulungs- und Fortbildungstermine bis Ende des Jahres bekannt und berichten rückblickend über den Fachkongress „Forschung trifft Praxis“.

 

Mit den aktuellen Hochrechnungen geben wir Ihnen einen Überblick über das Glücksspielverhalten in Bayern für das Jahr 2009 und informieren Sie über den Start der nächsten Gruppe aus dem Angehörigenprojekt ETAPPE.

 

In unserer Rubrik „Kurz gemeldet“ berichten wir über die aktuellen Neuerungen im Glücksspielwesen in Deutschland, die  Spiel-Applikation (APP) von Merkur für iPhone und iPad  und  über eine neu veröffentlichte Studie über die Höhe der sozialen Kosten des Glücksspiels in Deutschland.

 

Abschließend stellen wir Ihnen in unserem Literaturreferat eine Studie zum Thema Glücksspiel bei Erwachsenen in Deutschland vor, die die Ergebnisse zu Prävalenz, Pathologie und Risikofaktoren präsentiert.

1. Bundesweiter Aktionstag zum Thema Glücksspielsucht

Unter dem Motto „Glück gehabt?“ beteiligte sich die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern am ersten bundesweiten Aktionstag Glücksspielsucht, der am 29.09.2011 stattfand. Ziel des Aktionstages war es, länderübergreifend auf das Thema Glücksspielsucht aufmerksam zu machen, die Öffentlichkeit für das Krankheitsbild zu sensibilisieren und über Hilfemaßnahmen zu informieren. 

 

In insgesamt acht Städten, darunter München, Nürnberg, Hof, Roth-Schwabach, Donauwörth, Pfaffenhofen, Dachau und Würzburg, nahmen 11 Beratungsstellen des „Kompetenznetzwerks Glücksspielsucht“ mit unterschiedlichen öffentlichkeitswirksamen Aktionen teil. Aufhänger der Aktion waren verkleidete Schornsteinfeger, die bayernweit als typische Glücksbringer Flyer verteilten, um auf den Aktionstag und die Aktionen vor Ort aufmerksam zu machen.

 

Der Aktionstag sprach mit visuellen, akustischen, taktilen und nicht zuletzt auch gustatorischen Reizen alle Sinne der beteiligten Passanten an und fand aufgrund der Kreativität der Aktionen großen Zuspruch bei den Standbesuchern. 

 

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstags wurde zudem eine Wissensabfrage und Kampagnenevaluation bei den Passanten vorgenommen. Dazu wurde ein kleines Wissensquiz in Flyerform entwickelt, aus dem Erkenntnisse gewonnen werden sollen, wie der aktuelle Wissensstand in der Bevölkerung hinsichtlich der Thematik (Pathologisches) Glücksspielen ist und inwieweit Aufklärungsbedarf besteht. Weiterhin wird in einigem zeitlichen Abstand eine zweite Befragung anhand der (optional) angegebenen E-Mail-Adressen der Befragten erfolgen, um den längerfristigen Informationsgewinn in der Öffentlichkeit abschätzen zu können.

 

Weitere Informationen zum Bundesweiten Aktionstag finden Sie hier. Bilder zum Aktionstag finden Sie hier.

 

(Ir-Ga)

 


2. Kampagne „Verspiel nicht dein Leben“ im Finale der EFFIE Awards

Die Kampagne "Verspiel nicht dein Leben" der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern hat es bei den EFFIE Awards 2011 in der Kategorie GWA Social Effie unter die Finalisten 2011 geschafft. EFFIE ist der angesehenste Preis der Kommunikationsbranche und zeichnet seit 1981 erfolgreiche Marketing-Kommunikation aus. Effizienz und Effektivität stehen dabei im Mittelpunkt der Bewertung.  

Die vollständigen News finden Sie auf der Website der Gesamtverband Kommunikationsagenturen GWA unter folgendem Link:   http://www.gwa.de/awards-events/gwa-effie/best-of-effie/?no_cache=1


(Ir-Ga)


3. Aktualisierung des Praxishandbuchs Glücksspiel & Entwicklung eines Geldbeutels und Notfallpasses

Auch in diesem Newsletter informieren wir Sie  wieder über Erweiterungen des Praxishandbuchs, die sich durch die Aktualisierung des Inhaltsverzeichnisses ohne Probleme in den Ringordner einordnen lassen.

 

Das Verbalisieren und schriftliche Ausformulieren von therapierelevanten Problembereichen vertieft und unterstützt die therapeutische Arbeit hin zu einem symptomfreien Leben. Aus diesem Grund wurden verschiedene Arbeitsblätter zur Behandlung pathologischen Glücksspielens entwickelt (Kapitel V 8). Diese umfassen Aufgaben wie u.a. Tages- (Kapitel V 8.1) und Wochenprotokolle (Kapitel V 8.2), Arbeitsblätter zu Konfliktherden (Kapitel V 8.3) sowie zur Zielsetzung, d.h. Wissenswertes über Zielformulierung (Kapitel V 8.4), konkrete Zielformulierung (Kapitel V 8.5), Verhaltensziele für die nächste Woche (Kapitel V 8.6), Lebensbereiche (Kapitel V 8.7) und Prioritäten setzen (Kapitel V 8.7). Eine ausführliche Beschreibung hinsichtlich der Anwendbarkeit und des Nutzens der Arbeitsblätter ist von Frau Eva Korell verfasst worden (Kapitel V 8).

 

Desweiteren wurde ein Geldbeutel speziell für pathologische Glücksspieler entworfen, der die spielerrelevanten Themen Geldmanagement und Rückfallprophylaxe verbindet. In dem Geldbeutel befinden sich ein ebenfalls neu entwickelter Notfallpass sowie Post-its mit dem Slogan der Kampagne „Verspiel’ nicht dein Leben“. Der Geldbeutel soll als therapeutische Methode eingesetzt werden, um die Spielabstinenz beizubehalten.

 

 

Der Notfallpass wurde in Zusammenarbeit mit Betroffenen entwickelt und stellt eine Maßnahme dar, um sich bei akutem Spieldrang an seine Ziele zu erinnern und somit das Spielverlangen zu stoppen. Das Motiv auf der Frontseite des Notfallpasses kann gewählt werden. Auf den innenliegenden Seiten der Klappkarte besteht die Möglichkeit, zusätzlich individuelle Hilfestrategien aufzulisten, die helfen sollen das Spielen zu vermeiden oder Anlass geben, die Spielsituation zu verlassen. Auf der Rückseite ist Platz für Telefonnummern, die im Notfall kontaktieren werden können. Dies können Personen aus dem Familien- oder Bekanntenkreis sowie der Therapie- oder Selbsthilfegruppe sein. Es ist auch möglich, die Telefonnummer des zuständigen Suchtberaters, Therapeuten, Hausarzt oder Betreuers aufzulisten, wenn dies als hilfreich erlebt wird. Auch wenn es manchmal schwierig ist, eine gewisse Anzahl von Ansprechpartnern zu finden, sollten mehrere Nummern aufgelistet werden, um im Falle der Abwesenheit einer Person eine Alternativperson anrufen zu können. Der Notfallpass steht auf der Homepage unter "der Notfallpass zum Selbstdrucken“ zum Herunterladen bereit.

 

 

Eine Anleitung und Hinweise zum Einsatz des therapeutischen Instruments „Geldbeutel“ sind ebenfalls von Frau Eva Korell in einem Beitrag zusammengefasst (Kapitel V 9).

 

Diese Beiträge sowie alle bisherigen Erweiterungen sind auf der Homepage unter Praxishandbuch Glücksspiel veröffentlicht und zum Herunterladen bereitgestellt.

 

Sollten Sie noch kein Exemplar unseres Praxishandbuchs Glücksspielsucht haben, können Sie das Handbuch bayernweit kostenlos auf der Homepage unter Materialbestellung oder direkt unter  info@lsgbayern.de  bestellen.

 

(Sa)

 


4. Rückblick Kongress und Veranstaltungen

4.1 Beitrag zum Angehörigen-Projekt-ETAPPE gewinnt Poster-Preis der Jury des 12. Interdisziplinären Kongress für Suchtmedizin

 

In der Zeit vom 30.06-02.07.2011 fand in München der 12. Interdisziplinäre Kongress für Suchtmedizin statt, an dem die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern einerseits mit einem Ausstellungsstand vertreten war und sich andererseits auch mit zwei Posterbeiträgen beteiligte. Der Beitrag von Buchner et al. mit dem Titel „Nicht nur Spieler brauchen Hilfe – erste Ergebnisse aus dem Angehörigenprojekt ETAPPE“ wurde dabei von der Jury aus über 40 Postern zum Gewinner des Posterpreises gewählt. Besonders erfreulich ist, dass damit auf einem Kongress, auf dem man sich hauptsächlich mit substanzbezogenen Störungen, v.a. mit illegalen Drogen und Substitution, beschäftigt, ein Beitrag zum Thema Glücksspielsucht ausgezeichnet wurde. Wir gratulieren den GewinnerInnen Frau Buchner, Frau Gollrad und Herrn Wodarz ganz herzlich.

 

 

4.2 Rückblick auf den 2. Bayerischen Fachkongress Glücksspiel „Forschung trifft Praxis“ am 25. & 26.07.2011 in München

 

Inzwischen schon zum zweiten Mal veranstaltete die BAS im Auftrag der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern einen zweitägigen Kongress zum Thema pathologisches Glücksspielen, der diesmal unter dem Motto „Forschung trifft Praxis“ stand. 146 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet trafen sich in München zu Vorträgen, Symposien und Workshops und einer begleitenden Posterausstellung. Dem Motto wurde Rechnung getragen, indem in Symposien aktuelle Themen jeweils aus dem Blickwinkel der Praxis und der Forschung beleuchtet wurden. Das Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht war ebenfalls mit Beiträgen zu innovativen Beratungs­strategien und Behandlungskonzepten vertreten. Die Präsentationen der Vorträge und Poster der Veranstaltung finden Sie auf der Seite der LSG und der  BAS.

 

(Wi)

 


5. Schulungen und Veranstaltungen

5.1 Basisschulung

 

Die bereits 10. Basisschulung „Grundlagen der Glücksspielsucht“, gestaltet von Frau Dr. Dilek Sonntag, fand am 12.10.2011 in Nürnberg statt. Diese erfreuliche Resonanz auf das Angebot zeigt, dass es auch im vierten Jahr des Bestehens der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern weiterhin Bedarf an grundlegenden Informationen zum Thema Glücksspielsucht gibt.

 

5.2 Aufbauschulung IV

 

Am 07.12.2011 findet die nächste Aufbauschulung IV zum Thema „Migration und Glücksspielsucht“ in Würzburg statt. Für diesen Termin sind noch Anmeldungen möglich. Referenten der Wiederholungsveranstaltung vom Mai 2011 sind wieder Herr Wolfgang Bensel von der AHG Klinik Münchwies und Herr Mete Tuncay vom Drogenverein Mannheim e.V. Sie werden Basisinformationen zu den verschiedenen Aspekten von Migration vermitteln und Befunde zur Verbreitung der Glücksspielsucht bei Migranten darstellen. Zudem wird beleuchtet, weshalb das Spielen von Glücksspielen bei diesem Personenkreis gehäuft auftritt und welche Eckpunkte für die Beratung und Behandlung zentral sind.

Voraussetzung für die Teilnahme an der Aufbauschulung ist der Besuch der Basisschulung.

Den genauen Veranstaltungsort und weitere Details zur Veranstaltung finden Sie  hier.

 

(Wi)

 


6. Glücksspielverhalten in Bayern 2009

Wie bereits für das Jahr 2006, wurde zusätzlich zu Berechnungen für Gesamtdeutschland in einer gesonderten Analyse das Glücksspielverhalten im Jahr 2009 in Bayern ausgewertet. Nachfolgend sind ausgewählte Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys (ESA) aus dem Jahr 2009 dargestellt. Zentrales Ziel ist die Schätzungen zum Umfang des Glücksspiels sowie des pathologischen Glücksspiels in der bayerischen Bevölkerung.

 

(Sa)

 

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7. Angehörigenprojekt ETAPPE

Das Angehörigenprojekt ETAPPE (Entlastungstraining für Angehörige problematischer und pathologischer Glücksspieler – psychoedukativ) geht in die nächste Runde: Ab Februar 2012 startet eine neue Gruppe  im Suchthilfezentrum der Stadtmission Nürnberg.

 

(Bu)

 

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8. Neue Homepage der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS

Am 24.08.2011 ging die neue Homepage der BAS online. Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie künftig in der Rubrik „BAS als LSG-Partner“. Hier stellen wir Ihnen auch aktuelle Informationen zu den Praxisforschungsprojekten „ETAPPE“ und „Monitoring der Versorgungslage pathologischer Glücksspieler in Bayern“ zur Verfügung. Details zu Schulungen und Veranstaltungen sind in chronologischer Reihenfolge in der Rubrik „Veranstaltungen“ dargestellt: Im Unterpunkt „Aktuelle Veranstaltungen“ erhalten Sie die mit dem Logo der LSG gesondert gekennzeichneten Veranstaltungsankündigungen, im Unterpunkt „Nachlese Glücksspiel 2011“ werden im Nachgang jeweils die Präsentationen zum Download bereitgestellt.

 

(Wi)

 


9. Kurz gemeldet

9.1 Entwurf des neuen Glücksspielstaatsvertrag: Die wichtigsten Änderungen

Am 27. Oktober 2011 haben sich 15 der 16 Bundesländer bei der Ministerpräsidentenkonferenz in Lübeck auf einen neuen Staatsvertrag zum Glücksspielwesen in Deutschland geeinigt. Die wichtigsten Neuerungen beziehen sich auf das Anbieten von Sportwetten, Werbungseinschränkungen und Steuerabgaben.

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(Sa)

 

 

9.2 Daddeln auf dem iPhone

Merkur Magie von adp Gauselmann GmbH bietet seit Ende Juli in Anlehnung an das so bezeichnete „bekannte Kult-Spiel“ ein Automatenspiel für iPhone und iPad an.

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(Sa)

 

 

9.3 Wie hoch sind die sozialen Kosten des Glücksspiels in Deutschland?

In einer neu veröffentlichten Studie von Prof. Dr. Tilmann Becker der Forschungsstelle der Universität Hohenheim werden die sozialen Kosten des Glücksspiels in Deutschland u. a. gegliedert nach einzelnen Glücksspielformen und im Vergleich zu sozialen Kosten des Substanzmissbrauchs dargestellt.

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(Sa)

 


10. Literaturreferat

Glücksspiel bei Erwachsenen in Deutschland: Prävalenz, Pathologie und Risikofaktoren

Die Studie präsentiert aktuelle Ergebnisse zu Prävalenz und Häufigkeit der Glücksspielteilnahme, glücksspielbezogene Störungen und Risikofaktoren bei Erwachsenen in Deutschland.

 

Quelle: Sassen M, Kraus L, Bühringer G, Pabst A, Piontek D & Taqi Z. Gambling among adults in Germany: Prevalence, disorder and risk factors. Sucht, 57 (4), 2011, 249-257.

 

(Wi)

 

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Weitere Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie auf unserer Homepage unter  www.lsgbayern.de und auf  Facebook.

 

Für Rückfragen können Sie uns jederzeit per E-Mail oder telefonisch erreichen.

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Redaktion: Ursula Buchner (Bu), Vanessa Irles-Garcia (Ir-Ga), Monika Sassen (Sa), Susanne Winter (Wi).

 

Mit freundlichen Grüßen aus München

Franz Dobler

Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern


Impressum

Weitere Informationen zur Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern finden Sie auf unserer Homepage unter www.lsgbayern.de. Wir freuen uns darüber, wenn Sie uns weiterempfehlen. Wenn Sie Anregungen, Lob oder Kritik haben, wenden Sie sich doch bitte an  vanessa.irles-garcia@lsgbayern.de.

 

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern
Geschäftsstelle
Geschäftsführung: Franz Dobler
Edelsbergstraße 10
80686 München

Telefon: 089/ 55 27 359 0
Fax: 089/ 55 27 359 22
 info@lsgbayern.de

www.lsgbayern.de



Träger der Landesstelle:

 

Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)

 

IFT Institut für Therapieforschung


Betreiberverein der Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege in Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e.V.

Sitz: München
Registergericht: München
Register: VR 201570

 

Inhaltlich verantwortlich gemäß § 10 Absatz 3 MDStV:

Franz Dobler

 

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