Seite 4-5 - Zu hoch gepokert?

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Vorwort
Spielen macht Spaß – es fördert Teamfähigkeit und Kreativität. Es hilft, gemeinsame
Regeln aufzustellen und Entscheidungen zu treffen. Oft lässt es uns die Zeit vergessen
und in Fantasiewelten eintauchen. Wir schulen unsere Feinmotorik, sind mit neuen
Reizen konfrontiert oder freuen und ärgern uns über Sieg oder Niederlage. Spielen ist so
alt wie die Menschheit. Mal geht es um Nervenkitzel, mal um das Gewinnen von Geld,
und oft dient es einfach nur der Entspannung. Was soll nun daran gefährlich sein?
Es gibt Spiele, bei denen es um das Gewinnen von Geld geht: Sie werden Glücksspiele
genannt. Der Reiz eines Geldgewinns macht Glücksspiele so spannend und interessant.
Für die meisten Menschen ist auch das Glücksspielen das, was es sein sollte – ein harm-
loses Freizeitvergnügen. Manche Menschen können aber trotz tiefgreifender Nachteile
mit dem Spielen nicht mehr aufhören, wenn sie einmal angefangen haben.
Sie spielen immer weiter – bis alles Geld verspielt ist. Ein unwiderstehlicher Drang treibt
sie zum Spielen, in der Hoffnung, zu gewinnen oder verlorenes Geld zurückzugewinnen.
Diese Menschen können zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr entscheiden, ob
sie demGlücksspiel wirklich nachgehen möchten oder nicht, d. h., sie verlieren nach und
nach die Kontrolle über ihr Spielverhalten.
Je früher eine Aufklärung über die Gefahren des Glücksspiels erfolgt und Jugendliche
und junge Erwachsene informiert und beraten werden, desto größer sind die Chancen,
dass Glücksspielen nicht zum Problemwird.
Diese Broschüre bietet Ihnen Fakten rund um die Glücksspielsucht. Die Hintergrund-
informationen und Übungen eröffnen Möglichkeiten, mit Jugendlichen und jungen
Erwachsenen über ihr Glücksspielverhalten und die möglichen Gefahren einer Sucht
ins Gespräch zu kommen.
Glücksspiel liegt vor, wenn Geld eingesetzt wird
und die Entscheidung über Gewinn oder Verlust des Spiels
nach den Spielbedingungen nicht wesentlich von den
Fähigkeiten und den Kenntnissen der Spielenden abhängt,
sondern allein oder hauptsächlich vom Zufall.
Kann Spielen
eigentlich süchtig machen?
Grundsätzlich kann jeder Mensch süchtig werden. Süchtig nach Dingen, die ihm dazu
verhelfen, sich besser zu fühlen. Mediziner unterscheiden zwischen Abhängigkeiten,
die an eine Substanz gebunden sind und Süchten ohne eine spezielle Droge. Die zwei
Kategorien werden als stoffgebunden und nichtstoffgebunden bezeichnet. Zu den
stoffgebundenen Süchten zählen vor allen Dingen legale und illegale Drogen wie
Alkohol, Tabak oder Heroin. Nichtstoffgebunden sind z. B. Kaufsucht und die Glücks-
spielsucht. Doch so unterschiedlich die beiden Suchtkategorien auch sein mögen – sie
haben eines gemeinsam: Sie führen in eine körperliche und/oder seelische Abhängigkeit
bis hin zum Verlust der Selbstkontrolle. Sie zerstören das Leben der Betroffenen und
häufig auch das Leben ihrer Familien und Freunde. Sie bestimmen den Alltag. Und
ohne professionelle Hilfe schaffen es nur wenige aus der Abwärtsspirale, denn:
Sucht ist eine Krankheit!
Glücksspielsucht ist eine Krankheit!