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Was macht Glücksspiele gefährlich?
Auch wenn das Spielen vor allen Dingen Spannung, Spaß und Vergnügen suggeriert, dürfen
die Gefahren nicht unterschätzt werden – das gilt besonders für die Glücksspiele, die Zeit
und Alltagsprobleme vergessen lassen. Vor allem die Geldspielautomaten in den zahllosen
Spielhallen, die bis auf wenige Stunden am Tag durchgehend geöffnet haben, und Glücks-
spiele im Internet, die rund um die Uhr anonym und damit auch für Jugendliche leicht
zugänglich sind, bergen eine hohe Suchtgefahr.
Die schnelle Spielfrequenz führt zu einer Verdrängung der finanziellen Verluste. Häufig
wird – noch bevor der Verlust des Einsatzes überhaupt realisiert wird – automatisch wieder
auf den Knopf gedrückt. Bei Geldgewinnen erfolgt der sofortige Neueinsatz. Durch Start-,
Stopp- und Risikotasten bei den Spielautomaten wird das Gefühl vermittelt,
das Spiel direkt beeinflussen zu können. Locken nun noch ein freier
Eintritt ins Zockerparadies oder virtuelle Einsätze per Kreditkar-
te, sinkt die Hemmschwelle zu spielen sogar noch weiter ab.
Psychologische Tricks wie Licht- und Farbeffekte oder das
Vorgaukeln von „Beinahe-Gewinnen“ erzeugen das Ge-
fühl von der knapp verfehlten Chance – und die nächste
Runde wird gestartet.
Auch wenn die Spielbanken weniger zahlreich als die
Spielhallen sind, bergen ihre Angebote ein hohes Sucht-
potenzial. Die Geldeinsätze können hier so hoch sein,
dass bereits an einem Abend Haus und Hof verspielt
werden können. Auch Sport- und Pferdewetten sowie
Börsenspekulationen können aufgrund des großen
(Spiel-)Anreizes und der hohen Verlustmöglichkeiten
gefährlich werden.
Die Auswirkungen der Sucht
Pathologisches, also krankhaftes Glücksspielen führt in den meisten Fällen zu starken
Einschränkungen im Alltag. Die Gedanken drehen sich immer weniger um Schule,
Ausbildung oder Job, sondern ausschließlich um das nächste Spiel und das dafür
benötigte Geld. Die Sucht bestimmt den kompletten Tagesrhythmus. Denn wenn
auch am Anfang noch kleine Einsätze und Gewinne zu Euphorie führten, brauchen
die Spieler/-innen nun immer höhere Anreize, um den gewünschten Kick zu erreichen.
Kann aus irgendeinem Grund nicht gespielt werden, werden die pathologischen
Spieler/-innen jetzt unruhig und gereizt. Der immer wieder erlebte Kontrollverlust
führt zu Angst und Schuldgefühlen, die mit neuen Spielrunden verdrängt werden.
Freunde und Familie werden belogen, um das wahre Ausmaß zu vertuschen. Der Sucht-
druck führt zu immer neuen Versuchen, verlorenes Geld zurückzugewinnen. Betrug,
Diebstahl oder Unterschlagung sind oft die Folgen.