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Glücksspielsucht: Daten & Fakten

Für die Mehrheit der Menschen stellt das Spielen um Geld eine unproblematische Form der Freizeitgestaltung dar. Bei einem Teil der Spielenden können sich jedoch im Laufe der Zeit Schwierigkeiten entwickeln, die bis zu einer manifesten Glücksspielsucht reichen. Solche Entwicklungen können erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen – darunter hohe Verschuldung, seelische und körperliche Belastungen sowie der Rückzug aus sozialen Beziehungen. 

Aus dem Jahrbuch Sucht 2026

Über eine Million Menschen in Deutschland mit einer Glücksspielstörung
Etwa vierzig Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben innerhalb der letzten zwölf Monate mindestens eine Form von Glücksspiel genutzt. Gleichzeitig zeigen die Erhebungen, dass rund zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Alter von 18 bis 70 Jahren eine Glücksspielstörung aufweisen. Das entspricht mehr als 1,2 Millionen Betroffenen. Glücksspiel betrifft damit keinen kleinen Randbereich, sondern einen gesellschaftlich relevanten Personenkreis.
Wie hoch das Gefährdungspotenzial ist, verdeutlichen weitere Kennzahlen: Fast sechs Prozent derjenigen, die im vergangenen Jahr gespielt haben, entwickelten eine Glücksspielstörung. Bei zusätzlichen knapp 15 Prozent finden sich Hinweise auf ein riskantes Spielverhalten. Insgesamt zeigt sich somit, dass bei rund jeder fünften Person mit Spielerfahrungen im letzten Jahr das Glücksspiel spürbare Auswirkungen hatte.

Umsätze auf dem Glücksspielmarkt nehmen zu
Auch die Marktdaten unterstreichen die Bedeutung des Themas: Die Einnahmen im legalen Glücksspielsektor liegen seit Jahren im zweistelligen Milliardenbereich. Im Jahr 2024 beliefen sich die Spieleinsätze auf dem legalen deutschen Glücksspielmarkt auf rund 69,1 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 8,9 Prozent. Damit übersteigt das Marktvolumen deutlich das Niveau vor der Corona-Pandemie (2019: ca. 42,6 Milliarden Euro).
Den größten Anteil an den Umsätzen verzeichnen gewerbliche Geldspielautomaten mit etwa 21,4 Milliarden Euro. Parallel dazu gibt es einen nicht regulierten Glücksspielmarkt, dessen Umfang nur schwer exakt zu beziffern ist. Für diesen werden jedoch jährliche Erträge – definiert als Bruttospielertrag, also Einsätze minus ausgezahlter Gewinne – in Höhe von etwa 500 bis 600 Millionen Euro angenommen.

Deutlich steigende Zahl gesperrter Spieler:innen
Die Anzahl der gesperrten Spieler:innen ist in den letzten Jahren deutlich angewachsen. Im bundesweit eingesetzten Sperrsystem OASIS, das seit 2021 spielformübergreifend genutzt wird, waren zum Ende des Jahres 2024 insgesamt 303.855 Sperren registriert. Davon entfallen 96,8 Prozent auf Selbstsperren, während 3,2 Prozent Fremdsperren darstellen. Der Anteil der Fremdsperren variiert je nach Glücksspielangebot. In Spielhallen liegt er mit 0,7 Prozent vergleichsweise niedrig, während er in Spielbanken mit 11,1 Prozent deutlich höher ausfällt. Von einer Fremdsperre ist die Rede, wenn nicht die betroffene Person selbst, sondern Dritte – etwa Angehörige oder Anbieter – aufgrund von Hinweisen auf problematisches Spielverhalten eine Sperre veranlassen. Eine Selbstsperre erfolgt hingegen auf eigenen Antrag der spielenden Person, um weiteres Glücksspiel zu unterbinden.

Hoher Verschuldungsgrad
Von den Personen, die in ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen wegen der Hauptdiagnose „pathologisches Spielen“ betreut werden, sind lediglich 27,4 Prozent schuldenfrei. Demgegenüber weisen 13,5 Prozent Schulden von mehr als 50.000 Euro auf. Diese Zahlen verdeutlichen den engen Zusammenhang zwischen Glücksspielproblemen und finanziellen Belastungen, die häufig große Auswirkungen auf verschiedene Lebensbereiche haben. Verschuldung stellt dabei einen eigenständigen Risikofaktor dar. Häufig verstärkt sie den Wunsch, Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen, was wiederum zu einer Verschärfung der finanziellen Situation führen kann. Neben den monetären Folgen treten oft auch soziale und psychische Belastungen auf. Beziehungen werden belastet, und viele Betroffene berichten von Stress, Schuldgefühlen oder Kontrollverlust.

Fazit
Die aktuellen Daten zeigen: Glücksspiel ist in Deutschland weit verbreitet und wirtschaftlich von großer Bedeutung. Gleichzeitig hat ein erheblicher Teil der Spielenden Schwierigkeiten, das eigene Spielverhalten zu steuern. Die wachsende Zahl gesperrter Spieler:innen, der hohe Anteil riskanten Spielens sowie die enge Verbindung zwischen Glücksspiel und Verschuldung machen deutlich, dass es sich um ein Thema mit gesellschaftlicher Relevanz handelt. Entsprechend wichtig sind gut zugängliche Informationen, frühe Hilfen und passgenaue Unterstützungsangebote für Betroffene und ihr Umfeld.

Quelle
Meyer, G. (2026): Glücksspiel – Zahlen und Fakten. In: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2026. Lengerich: Pabst Science Publishers.