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Materialien für die Beratung

Hier finden Sie unsere aktuellen Praxistransferprojekte, einen Ausblick auf unsere geplanten Projekte sowie unsere ständig laufenden Aufgaben/Projekte.

Vor dem Hintergrund zunehmender Digitalisierung sowie neuer Formen der Wissensaneignung und Informationsvermittlung sollen Fachkräften der Suchthilfe und weiteren Interessierten aktuelle Themen und Entwicklungen im Bereich Glücksspiel verständlich, methodisch fundiert und niedrigschwellig zugänglich gemacht werden. In unseren “Kurz & Zeitgemäß”-Kursen bieten wir Ihnen Informationen in Form von prägnant aufbereiteten Präsentationsfolien an. Wählen Sie die für Sie interessanten Inhalte, durchlaufen Sie kurze Quizze zur Vertiefung und erweitern Sie Ihr Wissen gezielt und interaktiv! 
Die ersten Kurse zu folgenden Themen stehen bereits auf der LMS-Plattform der BAS zur Verfügung: 

  • Spielersperre
  • Kryptotrading
  • Rechtliche Aspekte beim Glücksspiel

Die Kursreihe wird fortlaufend mit aktuellen Themen erweitert.

Melden Sie sich jetzt kostenlos unter diesem Link an.

Aufgrund der bislang unzureichenden wissenschaftlichen Datenlage zur Glücksspielsucht bei Menschen mit kognitiven und/oder körperlichen Beeinträchtigungen hat sich die BAS das Ziel gesetzt, diese Schnittstellenthematik wissenschaftlich zu erforschen und daraus praxisrelevante Implikationen abzuleiten. Im Jahr 2024 wurde dazu eine bayernweite Online-Befragung unter Einrichtungen der Sucht- und Eingliederungshilfe durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Befragung bilden die Grundlage für die Entwicklung gezielter Maßnahmen, um die Information, Ansprache und Versorgung betroffener Menschen im Kontext von Glücksspielsucht zu verbessern. Wir freuen uns, Ihnen den Ergebnisbericht unter diesem Link zur Verfügung zu stellen.

Die Mitarbeitenden der LSG freuen sich auf neue Themen, Projekte und Erkenntnisse innerhalb der Vertragslaufzeit 2024-2027.

Ab 2026 beschäftigen wir uns zusätzlich mit den nachfolgend aufgeführten Themen:

Pathologisches Glücksspielen und Gewalt
Wie bei substanzgebundenen Süchten ist auch beim pathologischen Glücksspiel der Zusammenhang mit Gewalt wissenschaftlich belegt. Dennoch wird das Thema – selbst in Suchtberatungsstellen – häufig nur selten offen angesprochen. Das Projekt setzt daher auf Sensibilisierung: Ziel ist es, Gewalt im Kontext von Glücksspielstörungen im therapeutischen Umfeld sichtbarer zu machen und gezielt Strategien zur Prävention und Intervention zu vermitteln. Dabei richtet sich das Angebot sowohl an Beratende als auch an Betroffene und deren Angehörige.

Zieloffene Suchttherapie beim pathologischen Glücksspielen
Wie bei anderen Substanzabhängigkeiten kann exzessives Glücksspiel zu einer Glücksspielstörung führen. Typische Merkmale sind Kontrollverlust und Toleranzentwicklung, die ohne professionelle Behandlung zu finanziellen und psychosozialen Problemen führen können. Die Therapie erfolgt meist abstinenzorientiert, das heißt, Patient:innen verzichten während der Behandlung auf Geld- und Automatenspiele. Im Rahmen dieses Projekts wird geprüft, inwiefern die Ansätze der zieloffenen Suchttherapie (ZOS) auch bei Glücksspielstörungen sinnvoll eingesetzt werden können mit dem Ziel die Behandlungsquoten zu erhöhen und Erfolge sichtbarer zu machen.

Raucherentwöhnung bei Glücksspieler:innen
Die hohe Komorbidität zwischen pathologischem Glücksspiel und Nikotinkonsum sowie die damit einhergehende erhöhte Mortalitätsrate unterstreichen die Notwendigkeit, bestehende evidenzbasierte Kurzinterventionen zum Thema Rauchen in die Beratung und Behandlung von pathologischen Glücksspieler:innen zu integrieren. Ziel des Projekts ist es, diese Interventionen gezielt im therapeutischen Setting zu verbreiten und so eine wirksame Versorgung sicherzustellen.
 

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege tritt bei Presseanfragen sowie Stellungnahmen zu drängenden Fragen aus dem Bereich Glücksspielsucht an uns heran. Hierbei liegt es in unserem Interesse, dass die aktuelle Studienlage zu Glücksspielsucht bei politischen Entscheidungen berücksichtigt wird.  Die Bearbeitung von wissenschaftsbezogenen Anfragen von Betroffenen, Journalist:innen sowie anderweitigen Behörden gehört ebenso zu unseren Aufgaben.

Wir erstellen regelmäßig Informations- und Diskussionspapiere zu aktuellen wissenschaftlichen Themen aus dem Bereich Sucht allgemein sowie spezifisch zu Glücksspielsucht. Diese enthalten unter anderem Handlungsempfehlungen für Praktiker:innen.

Informationspapier (2. Überarbeitete u. ergänzte Auflage, Stand Juni 2022)
Familie und Sucht
Autorenschaft: Härtl S, Schröder S, Gredner T, Erbas B

Liste von Akteuren (Stand August 2022)
Schutz für Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien
Häffner L, Erbas B

Informationspapier (November 2021)
Nichtstoffgebundene Abhängigkeiten – Pathologische Computer- und Internetnutzung
Autorenschaft: Gartner C, Erbas B

Informationspapier (2023):
Nichtstoffgebundene Abhängigkeiten – Pathologisches Glücksspielen
Autorenschaft: Manrique A, Hierhager M, Häffner L, Härtl S

Über Ihre Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge freuen wir uns.

Wenn Eltern mit Glücksspielproblemen zu kämpfen haben, sind deren Kinder besonderen Belastungen durch das elterliche Verhalten ausgesetzt und geben sich auch oftmals selbst die Schuld daran. Mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland haben ein Elternteil mit Glückspielsucht, zeitgleich ist diese Gruppe besonders schwer zu erreichen.

  • Auf www.gamblerkid.com können betroffene Kinder und Jugendliche anonym und kostenlos mit den pädagogischen / psychologischen Fachkräften der BAS chatten und sich Hilfe holen
  • Die pad gGmbH aus Berlin hat eine Arbeitshilfe zur Unterstützung von Kindern aus glücksspielsuchtbelasteten Familien herausgegeben. Diese wurde mit Adressen und Anlaufstellen für den bayerischen Raum adaptiert und ist unter diesem Link abrufbar
  • Um für das Thema „Kinder und Jugendliche aus glücksspielbelasteten Familien“ zu sensibilisieren, haben wir mit Unterstützung von Absolvent:innen der Lazi Akademie ein Video produziert, das unter diesem Link abrufbar ist

Ein Manual für Suchtberater:innen zur Beratung von Angehörigen Glücksspielender:

  • Das Manual steht für ein neu entwickeltes, zeitlich kompaktes und fokussiertes Beratungsangebot für Angehörige von problematischen und pathologischen Glücksspieler:innen
  • GlücksKIT wird im Einzelsetting durchgeführt, während unser Angehörigenprojekt ETAPPE im Gruppensetting stattfindet
  • Die Reduktion der Belastung von Angehörigen durch die Vermittlung von Informationen sowie die Förderung individueller Bewältigungsfähigkeiten stehen im Mittelpunkt
  • Kann von Therapeut:innen, Suchtberater:innen und anderen psychosozialen Helfer:innen im Arbeitsfeld Glücksspielsucht gewinnbringend eingesetzt werden
  • Im Shop der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern kostenfrei zum Download verfügbar

Mit dem Gender-Methodenkoffer wollen wir Suchtberater:innen und anderen Interessierten Anregungen zur Selbstreflexion und eine praxisnahe Methodensammlung an die Hand geben, die einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema ermöglichen.

Der am 13.11.2023 erschienene Gender-Methodenkoffer ist sowohl als Printexemplar als auch im E-Book Format erhältlich.

Die BAS hat zusammen mit dem Institut für Therapieforschung IFT ein wissenschaftliches Review über die bisherige Forschung zu Geschlechts- und Genderunterschieden bei problematischem sowie pathologischem Glücksspielverhalten verfasst. Dafür wurde englisch- und deutschsprachige Literatur der Jahre 2005 bis 2020 analysiert.

Bezüglich Geschlechtsunterschieden ist zum Beispiel festzuhalten, dass sich eine höhere Prävalenzrate für Männer sowie ein späterer Glücksspiel-Einstieg für Frauen mehrfach replizieren lies. Schlussfolgernd muss man allerdings sagen, dass nur wenige Untersuchungen existieren, die Genderaspekte im Glücksspielbereich explizit berücksichtigen. Hierfür sollten zukünftig bereits vorhandene valide Messinstrumente angewandt werden.

Das vollständige Review kann unter Differences in problem and pathological gambling: A narrative review considering sex and gender kostenfrei heruntergeladen werden.

Die Erkenntnisse aus diesem Review werden zudem in unseren Gender-Methodenkoffer berücksichtigt und eingearbeitet. Mit dem Gender-Methodenkoffer wollen wir Suchtberater:innen und Interessierten Anregungen zur Selbstreflexion und eine praxisnahe Methodensammlung an die Hand geben, die einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema ermöglichen.

Für Angehörige problematischer und pathologischer Glücksspieler:innen entsteht durch die Erkrankung des Familienmitglieds eine hohe Belastung. Sie leiden in ähnlicher Weise unter den Auswirkungen der Erkrankung wie Angehörige Substanzabhängiger. Pro Spieler:in sind zwischen 10-15 Angehörige betroffen und leiden unter den negativen sozialen, emotionalen und finanziellen Auswirkungen der Erkrankung (Buchner et al., 2012; Hodgins et al., 2007).

Das Gruppenprogramm ETAPPE (Entlastungstraining für Angehörige problematischer und pathologischer Glücksspieler – psychoedukativ) wurde vor diesem Hintergrund speziell als Unterstützungsangebot für Angehörige von Glücksspieler:innen entwickelt. Die Kurzintervention ist primär für den Einsatz in Suchtberatungsstellen konzipiert:

Acht Bausteine (1 Einführung, 2 Basisinfos zur Glücksspielsucht, 3 Bewältigungsstrategien, 4 Beratungs- und Behandlungsmöglichkeiten, 5 Verantwortungsübernahme, 6 Kommunikation, 7 Recht und Geld, 8 Abschluss)

Ziel: Belastungsreduktion durch Informationsvermittlung und Förderung individueller Bewältigungsfähigkeiten

Flyer und Plakat zur Bewerbung von ETAPPE innerhalb von Beratungsstellen werden kostenfrei durch die BAS bereitgestellt. Senden Sie eine E-Mail an: bas@bas-muenchen.de

Das Manual zu ETAPPE ist 2013 bei Hogrefe unter dem Titel Angehörigenarbeit bei pathologischem Glücksspiel. Das psychoedukative Entlastungstraining ETAPPE (ISBN: 978-3-8017-2464-1) erschienen

Das kostenfreie E-Mental-Health-Angebot „Verspiel nicht mein Leben“ – Entlastung für Angehörige pathologischer Glücksspieler (EfA) bietet eine erste Unterstützungsmöglichkeit für Angehörige. Dieses Angebot stellt keinen Ersatz für eine Beratung oder ggf. Therapie dar.

EfA besteht aus sechs Modulen:

1. Informationen zu Grundlagen der Glücksspielsucht

2. Stress

3. Verantwortung

4. Kommunikation

5. soziale Unterstützung

6. Zukunftsplanung

und kann kostenfrei und anonym über dem folgenden Link aufgerufen und genutzt werden: Verspiel nicht mein Leben

Hier finden Angehörige von Personen mit Glücksspielproblemen Hilfe in Form von Videos, die Informationen und Anregungen zur Selbstreflexion bieten. Im Einführungsvideo auf dieser Seite erfahren Sie mehr über die kostenlose Online-Hilfe LOSgelöst.

Auf der Website verspiel-nicht-mein-leben.de können Sie sich das Tutorial ansehen.

Zum Öffnen des Online-Tutorials klicken Sie bitte diesen Link an.

Bislang war es nur schwer möglich, die Belastung zu erfassen, der Angehörige von suchtkranken Menschen ausgesetzt sind. In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Prof. Orford (University of Birmingham, England) haben wir daher den Short Questionnaire for Family Members (affected by addiction, SQFM-AA) in der Version Glücksspiel übersetzt. Mit dem Kurzfragebogen werden der Einfluss der Problematik, verschiedene Bewältigungsstile, psychische und physische Symptome sowie soziale Unterstützung erfasst (siehe Abbildung). Mit diesem Fragebogen lassen sich relevante Bereiche für Therapie und Beratung identifizieren und somit die Behandlungsplanung verbessern. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass durch den Einsatz eines international genutzten Fragebogens künftig Daten verglichen werden können.

Über diesen Link gelangen Sie zu den beiden Darstellungen

Probleme mit Glücksspiel können sich zu einer ernsthaften Erkrankung entwickeln, die massive Auswirkungen auf das Familienleben, den Freundeskreis oder das Berufsleben hat. Die Folgen betreffen nicht nur die Spieler:innen selbst, sondern auch das Umfeld. Der Ratgeber will Familienmitglieder, Freund:innen von Glücksspielsüchtigen über das Thema Glücksspielsucht informieren und Möglichkeiten aufzeigen, wie diese mit den bestehenden Belastungen besser umgehen können.

Der Ratgeber informiert zunächst darüber, was Glücksspiele sind und wie diese rechtlich geregelt sind. Anschließend wird erklärt, was Glücksspielsucht ist und wie diese entsteht. Darüber hinaus wird auf die Auswirkungen auf Betroffene und deren Familienmitglieder und Freundeskreis sowie auf häufig auftretende Probleme wie Misstrauen und Schuldzuweisungen eingegangen. Abschließend zeigt der Ratgeber verschiedene Handlungsmöglichkeiten auf: Was kann man tun, um den Stress zu bewältigen und mit den Belastungen durch die Glücksspielprobleme besser zurechtzukommen? Wie kann man die Kommunikation mit der / dem Spieler:in verbessern? Wie kann man mit erneuten Spielphasen bzw. Rückfällen umgehen? Zahlreiche Übungen und Beispiele erleichtern die persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik. Im Anhang finden sich zudem Erläuterungen wichtiger Begriffe rund um Behandlung und Therapie sowie Informationen zu hilfreichen Adressen.

Der Selbsthilferatgeber ist 2017 bei Hogrefe unter dem Titel Deine Spielsucht betrifft auch mich. Ein Ratgeber für Familienmitglieder und Freunde von Glücksspielsüchtigen (ISBN: 978-3-8017-2626-3) erschienen.