Bericht zur türkischsprachigen Hotline ist erschienen
Die türkischsprachige Telefonberatung für Menschen mit einer Glücksspielproblematik und deren Angehörige wird von der LSG in Kooperation mit der Landesfachstelle Glücksspielsucht in Nordrhein-Westfalen betrieben. Ziel des Angebots ist es, Betroffenen und ihren Familien einen niedrigschwelligen Zugang zu professioneller Hilfe in ihrer Muttersprache zu ermöglichen. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 326 47 62 stehen montags von 18 bis 20 Uhr sowie donnerstags von 20 bis 22 Uhr zwei erfahrene türkischsprachige Sozialpädagogen und Suchtberater – Cemil Sahinöz und Halidun Atlas – für vertrauliche Beratungsgespräche zur Verfügung. Nun wurde der aktuelle Jahresbericht zu den Beratungszahlen der Hotline veröffentlicht – mit einem eher ernüchternden Ergebnis: Die Nachfrage ist im Vergleich zum Vorjahr erneut zurückgegangen. Im Berichtszeitraum nahmen lediglich 16 Betroffene, zwölf Angehörige sowie zwei sonstige Personen das Beratungsangebot in Anspruch. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 wurden noch 53 Beratungskontakte verzeichnet. Der deutliche Rückgang wirft Fragen hinsichtlich der Erreichbarkeit der Zielgruppe auf. Es lassen sich aber auch interessante Entwicklungen im Spielverhalten erkennen. Besonders auffällig ist der anhaltende Rückgang der klassischen Geldspielautomaten als Hauptspielform. Während ihr Anteil im Vorjahr noch bei 65 % lag, ist er nun auf 39 % gesunken. Gleichzeitig gewinnen andere Spielformen zunehmend an Bedeutung: Sportwetten machen inzwischen 31 % aus und Online-Glücksspiele liegen bei 19 %. Trotz der niedrigen Fallzahlen und der damit verbundenen geringen Aussagekraft spiegeln diese Beratungszahlen den strukturellen Wandel auf dem Glücksspielmarkt wider: weg von stationären Angeboten hin zu digitalen Spielformen.

