Versorgungsangebot
Informationen zu spezialisierten ambulanten und stationären Beratungs- und Behandlungseinrichtungen werden vorgestellt, einschließlich Angaben zu Behandlungsplätzen bei der Betreuung von Personen mit der Hauptdiagnose pathologisches Glücksspielverhalten.
KURZBERICHT
Maiwald, A., Walz, P., Pitzschel, B., & Schwarzkopf, L. (2026). Stationäre Behandlungsangebote für Menschen mit Glücksspielproblemen in Bayern (Kurzbericht). IFT Institut für Therapieforschung München. https://doi.org/10.5281/zenodo.19694672
Nach aktuellen Erhebungen erfüllen etwa 2,2 % der Erwachsenenbevölkerung (18- bis 70-Jährige) in Deutschland die DSM-5 Kriterien einer Störung durch Glückspiel (Buth et al., 2026). Das Hilfsangebot in Bayern für Menschen mit Glücksspielproblemen ist vielseitig und umfasst sowohl ambulante als auch stationäre Behandlungsansätze (Grüne et al., 2016). Eine stationäre Behandlung, die in der Regel in Form einer mehrwöchigen Suchtrehabilitation erfolgt, wird vor allem von Menschen angetreten, für die eine ambulante Behandlung nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, oder deren Glücksspielproblematik mit erheblichen psychosozialen Problemen einhergeht (Bachmann, 2017). Dabei kann eine Störung durch Glücksspiel sowohl der Behandlungsanlass an sich (Hauptdiagnose) als auch eine Begleiterkrankung anderer (Sucht-)Erkrankungen (Nebendiagnose) sein (Buchner et al., 2013).
Obwohl das stationäre Behandlungsangebot breit gefächert ist, unterscheiden sich die einzelnen Einrichtungen in ihrem Leistungsspektrum. Eine Übersicht zu den vorgehaltenen Angeboten fehlt bislang, weswegen unklar ist, inwieweit gegebenenfalls Versorgungslücken bestehen. Dieser Kurzbericht adressiert diese Forschungslücke. Er zeigt auf, wie stationäre Einrichtungen in Bayern mit Behandlungsangeboten für Menschen mit Glücksspielproblemen strukturell organisiert sind, welche Angebote sie vorhalten und wie diese Angebote von Menschen mit Glücksspielproblemen genutzt werden.
Schätzungsweise 2,4 % der erwachsenen deutschen Wohnbevölkerung (18 bis 70 Jahre) erfüllen die Kriterien für die Vergabe einer Diagnose wegen pathologischer Glücksspielproblemen. In Deutschland besteht ein breites Spektrum an – für die Betroffenen weitgehend kostenfreien – ambulanten und stationären Unterstützungsangeboten zum Umgang mit Glücksspielproblemen. Das ambulante Angebot umfasst neben Suchtberatungsstellen und klinischen Einrichtungen, die ambulante Rehabilitationsangebote bereitstellen, auch ambulante Psychotherapie durch niedergelassene Psychotherapeut:innen (PT).
Um einen ersten Eindruck zu gewinnen, wie viele Menschen in Bayern im vertragsärztlichen und -psychotherapeutischen System behandelt werden und welche Fachdisziplinen hierbei in welchem Umfang mitwirken, wurden Abrechnungsdaten der kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) aus dem Zeitraum 2019 bis 2023 untersucht.
Pitzschel, B., Tauscher, M., Redel, R., Hoch, E., & Schwarzkopf, L. (2025). Vertragsärztliche und -psychotherapeutische Versorgung von Menschen mit pathologischen Glücksspielproblemen in Bayern (Kurzbericht). IFT Institut für Therapieforschung München. https://doi.org/10.5281/zenodo.17075800
Hintergrund: Bisher lag der Schwerpunkt der Berichtsdarlegung darauf, die bestehenden institutionellen ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen (i. S. v. Anzahl Einrichtungen) zu erfassen. Eine Darstellung des inhaltlichen Versorgungsangebots des ambulanten Versorgungsbereichs (i. S. v. vorgehaltene Maßnahmen sowie Angebotsformate) blieb indes weitgehend unberücksichtigt, obwohl der ambulante Versorgungsbereich von Menschen mit Glücksspielproblemen oft als erste Anlaufstelle innerhalb des Suchthilfesystems betrachtet wird.
Dieser Beitrag beschreibt, welche Angebote Suchtberatungsstellen und suchtspezifische ambulante Behandlungseinrichtungen (sog. tertiäre ambulante Versorgung) für Menschen mit Glücksspielproblemen bereitstellen.
Bickl, A., Pitzschel, B., Daniel, J., Stefan, N., Faßbender, C., & Schwarzkopf, L. (2024). Ambulantes Versorgungsangebot für Menschen mit Glücksspielproblemen in Bayern (Kurzbericht). IFT Institut für Therapieforschung München. https://doi.org/10.5281/zenodo.17047396
Zentrale Charakteristika der wegen Glücksspielproblemen Hilfe suchenden Personen in ambulanten Suchthilfeeinrichtungen in Bayern werden im Zeitverlauf betrachtet. Dies ist notwendig, um Veränderungen dieser Klientel abbilden zu können und auf diese Entwicklungen möglichst frühzeitig mit einer Anpassung des Versorgungsangebots reagieren zu können. Dabei wird eine Gelegenheitsstichprobe ambulanter Beratungseinrichtungen des Kompetenznetzwerks Glücksspielsucht (KNW) der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern herangezogen. Für ausgewählte soziodemographische Merkmale und Parameter der Beratung wurden über Trendanalysen Veränderungen zwischen den Jahren 2014 bis 2024 ermittelt.
Bickl, A., Walz, P., Hoch, E., & Schwarzkopf, L. (2025). Personen mit Glücksspielproblemen in der ambulanten Suchthilfe in Bayern: Trends aus dem Kompetenznetzwerk 2014-2024 (Kurzbericht). IFT Institut für Therapieforschung München. https://doi.org/10.5281/zenodo.17397859
Auswertungen früherer Zeiträume sind am IFT Institut für Therapieforschung erhältlich.
Hintergrund: Seit der Einführung des Glücksspielstaatsvertrags im Jahr 2008 hat sich das Versorgungsangebot für Menschen mit Glücksspielproblemen kontinuierlich verbessert. In Bayern wurde dieses Bestreben maßgeblich vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege unterstützt. In Zusammenarbeit mit der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) wurden Fachstellen etabliert und das "Kompetenznetzwerk Glücksspielsucht" geschaffen, um eine flächendeckende Versorgung anzustreben.
In diesem Beitrag soll das aktuell bestehende Versorgungsangebot durch ambulante und stationäre Einrichtungen der Suchthilfe in Bayern dargestellt werden.
Daniel, J., Loy, K., Bickl, A., & Schwarzkopf, L. (2022). Versorgungsangebot für Personen mit Glücksspielproblemen in Bayern (Kurzbericht). IFT Institut für Therapieforschung München. https://doi.org/10.5281/zenodo.17034952
